Corcovado Nationalpark Costa Rica – Zwischen Dschungel und Meer

Beach and jungle in Corcovado National Parc, Costa Rica

Corcovado Nationalpark in Costa Rica – Wandern zwischen Dschungel und Meer

Eines unserer letzten Ziele des diesjährigen Trips nach Costa Rica (den ich mit einer Freundin erlebt habe) war die Osa Halbinsel im Südosten des Landes.

In dieser Gegend dreht sich das meiste um den tropischen Corcovado Nationalpark, welcher sich auf etwa 50.000 Hektar im südlichen Teil der Halbinsel befindet.

Hier findet man fast alles an tropischer Vegetation und Tierarten versammelt, was Costa Rica zu bieten hat.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Nationalparks in Costa Rica ist dieser allerdings nicht ganz so einfach zu erreichen bzw. zu erwandern.

Daher erst etwas zur Vorbereitung.

 

Kurz das Organisatorische

Auch wenn ich normalerweise keine geführten Wanderungen mache, ist ein Tourguide hier wirklich sinnvoll.

Es gab etliche Tiere und Pflanzen, die man ohne Führer gar nicht beachtet bzw. entdeckt hätte und gerade hier gibt es doch sehr viel zu sehen. Davon vieles aber auch sehr versteckt.
Unserer meinte, dass seit letztem Jahr Touristen sogar nur noch mit Tourguide in den Park dürfen.

Wie man auf Corcovado Guide nachlesen kann, stimmt das auch.

Beach and jungle in Corcovado National Parc, Costa Rica

Das Wichtigste, wenn man die Wanderung machen will, ist sich früh genug um ein Permit, also eine Zulassung zu kümmern.

Da man eh nur noch mit Tourguide unterwegs sein darf, muss man sich um das Permit an sich nicht mehr unbedingt kümmern, sondern nur darum, rechtzeitig eine Tour zu buchen bzw. einen Tourguide zu kontaktieren.
Das hatten wir leider verpasst und konnten daher erst am übernächsten Tag starten.
Die Anmeldung des Permits muss nämlich bis etwa 15 Uhr des Vortages erfolgen.
Es hat wohl etwas damit zu tun, dass die Überweisung der Permit-Gebühren pünktlich bei der Parkverwaltung eingehen muss und die Bank eben nur bis nachmittags die Zahlungen rechtzeitig übermittelt. So habe ich das zumindest verstanden.
Hier sind alle Preise und Infos zum Zulassungsprozess.

Daher: Am besten schon 2 Tage vorher für eine geführte Tour entscheiden bzw. einen Tourguide kontaktieren, zumindest wenn man am nächsten Tag starten will.

Ansonsten kann man den Park sowohl in einer Ganztageswanderung, als auch als richtigen Abenteuertrip mit mehreren Übernachtungen und Camping erleben.

Wer Puerto Jimenez, den größten Ort auf der Halbinsel, als Ausgangspunkt nimmt, erhält dort auch viele Infos zum Park und Touren, bzw. zu Tourguides.

Zufälligerweise war auch unser Hostelbesitzer (Corcovado Wild Hostel) Tourguide, weshalb wir der Einfachheit halber ihn gewählt haben, für unsere Wanderung in den Park.

 

Corcovado Nationalpark – Los geht’s mit einer holprigen Anreise

Nicoya02

Was man über die Anreise von Puerto Jimenez nach Carate (Ausgangspunkt zum Park) wissen sollte, ist, dass die Strecke die mitunter schlechteste Straße hat, die man sich gewöhnlich vorstellen kann.

Wer schon eine Weile in Costa Rica war, wird die Straßenverhältnisse kennen.
Schlaglöcher in Massen, ausgewaschene Schotterpisten, überschwemmte Straßen.

Bereits Google Maps verrät, dass man auf dieser Strecke genug Zeit einplanen sollte, egal ob man mit dem Mietwagen fährt oder sich einen Minibus/Collectivo für die Strecke nimmt.

2Std. 10 Min. Fahrtzeit für 44km gibt die Routenplanung an. Oder auch: 20km/h.
Ganz so lange haben wir zwar nicht gebraucht. Stattdessen etwa 1,5h.
Das schafft man aber auch nur, wenn man sehr aufmerksam ist, was die Schlaglöcher angeht und eben ab und zu auch etwas zügiger fährt.

Das Abenteuer beginnt also schon auf der Hinfahrt.
Ein paar kleine Flüsse, steile Schotterpisten und Schlaglöcher, die das Auto fast aufsitzen lassen, muss man also ab können. Ein SUV ist sowieso Pflicht, wenn man auf eigene Faust hin fährt.

Um etwa 6 Uhr morgens ging es für uns jedenfalls los, nach einem kurzen Frühstück und dem Provianteinkauf.

Die Strecke führt zunächst über eine längere schlaglochübersähte Straße und geht später meist durch den Wald. Hier kann man ab und zu schon die ersten Affen sehen, welche in den Baumkronen herum springen.

Monkey inside the trees of the jungle in Costa Rica

Irgendwann kommt man dann im kleinen Örtchen Carate an. Hier befindet sich übrigens die Landepiste für Kleinflugzeuge, mit denen man theoretisch auch anreisen kann.

Unsere Strecke für diesen Tag geht nicht ganz bis zur bekannten Ranger Station „La Sirena„, da wir die gleiche Strecke auch wieder zurück müssen und das sonst zu lange wäre.
Allerdings führte unsere Strecke in diese Richtung.

 

Immer im Dschungel am Meer entlang

Als erstes geht’s über einen Fluss. Wer hier nicht richtig balanciert, wird schneller nass, als die Wanderung überhaupt angefangen hat.

Anschließend gelangt man in den Dschungel.
Soweit ich das verstanden habe, ist man hier allerdings noch nicht im offiziellen Nationalpark in dem man das Permit/Genehmigung braucht.
Trotzdem kann man hier bereits die ersten Nasenbären und andere Tiere entdecken.

Coati in the jungle of Corcovado Parc, Costa Rica

Kurz bevor wir auf die anstrengende Strecke am Strand gelangen, gab es erst einmal eine Kokosnuss als ersten Snack. Unser Tourguide hatte netterweise die Werkzeuge dabei, um diese aufzumachen, bevor wir es noch mit Steinen versuchen.

Anschließend folgte eine längere Strecke direkt am Strand, da es durch den Dschungel hier erst einmal nicht weiter geht.

Während man hier entlang läuft, sieht man immer wieder mehrere Papageien (Aras) vorbeifliegen, die sich lautstark bemerkbar machen.
Kein Wunder, denn schließlich befindet sich im Corcovado Nationalpark die größte Population an Aras in ganz Costa Rica.

Die riesigen Bäume, auf denen sich die Papageien niederlassen, sind ebenfalls beeindruckend (bis zu 70m hohe Bäume befinden sich hier im Park).

Ara birds sitting in a tree in Costa Rica

Hat man den Strandabschnitt hinter sich, befindet man sich an der Ranger Station „La Leona„.
Hier gibt es auch noch einmal Toiletten und bevor man in den Park geht, muss man auf der Besucherliste unterschreiben.

Von nun an geht es ständig durch den Dschungel, allerdings immer in Meeresnähe. Eine interessante Kombination eigentlich.

Als Erstes stoßen wir auf ein ganzes Rudel von Nasenbären. Zunächst zeigt sich nur einer, dann werden es immer mehr.
Wirklich schüchtern sind sie nicht, aber dennoch sehr wachsam und immer ein paar Meter auf Distanz.

Coati in the jungle of Corcovado Parc, Costa Rica

Leider wird es allmählich auch immer heißer. Gefühlt war die Luftfeuchtigkeit hier unglaublich hoch (vielleicht 90%), von daher war es schon gut, wenn man die meiste Zeit im Schatten ist, bei zusätzlichen 35° Außentemperatur.

Da wir aber auch zur Regenzeit im September dort waren, war es vermutlich noch schwüler als in der Trockenzeit.
Der Schweiß hört irgendwann jedenfalls nicht mehr auf, von der Stirn zu laufen.

Daher eigentlich gut, dass wir als nächstes einen kleinen, seichten Fluss überqueren müssen (ich denke es war Ebbe), der etwa hier direkt ins Meer führt.

Durch das knapp knietiefe Wasser zu waten war daher mal eine ganz nette Abkühlung.
Und wieder flogen ein paar Aras über uns hinweg, aber auch einige andere Vögel waren hier zu Gange.

Beach and jungle in Corcovado National Parc, Costa Rica

Weiter geht’s und wieder rein in den Dschungel.

Auf dem Weg durch die Bäume findet unser Tourguide immer wieder etwas zum Sehen, auf dass man als Ahnungsloser im Leben nicht stoßen würde.

Zum Beispiel diese Boa Constrictor, welche sich in einer Bananenpflanze (bzw. „Plantain“ – Kochbanane) versteckt hat.

Boa constrictor in Banana Plant in Corcovado, Costa Rica

Oder die Fledermaus, deren Strategie es ist, das Ende eines Palmenblattes so anzuknabbern, dass dieses sich hinunterbiegt und somit als eine Art geschütztes Dach dient.

Bat sleeping inside palm leaf in Costa Rica

Nachdem nun langsam Mittag ist, gibt es an einer schönen Stelle am Strand unsere Mittagspause.
Über uns turnen Affen von Palme zu Palme.

Unser Guide erklärt mir, dass die vermeintliche Banane, die ich gerade esse, eigentlich eine sogenannten „Plantain“, also Kochbanane ist, welche man roh nicht unbedingt isst.
Naja, ich hatte mich zuerst nur über die (Über-)Größe gewundert und den leicht unreifen Geschmack. Wieder etwas gelernt.

Beach and jungle in Corcovado National Parc, Costa Rica

Mittagspause

Auf unserem letzten Stück, bevor wir umkehren, findet unser Guide schließlich sogar noch ein Faultier in den Bäumen hängen (weiß echt nicht, wie er das entdecken konnte).
Faultiere gibt es im Corcovado Nationalpark gar nicht so häufig, aber vereinzelt dann doch.

Auf die Frage ob Faultiere eigentlich auch Geräusche machen können, die über das Blätter essen hinausgehen, meint unser Tourguide, dass sie bzw. die Weibchen im Zuge der Paarung einen mörderisch klingenden Schrei aussenden können, um Männchen anzulocken.
Na das hätte ich ja gern einmal gehört 😉

Sloth hanging in the trees in Costa Rica jungle

 

Die Hälfte ist geschafft …

Kurz bevor wir umkehren, entdecken wir noch einen der zahlreichen (giftigen) Frösche, die sich in den Tiefen des Urwaldes befinden.
Sein Gift reiche angeblich für 1000 Ratten aus. Oder so ähnlich.
Na dann lassen wir den Frosch mal lieber weiter in Ruhe und begeben uns auf den Rückweg.

Red striped frog in Corcovado Parc, Costa Rica

Mittlerweile ziehen, nach dem nahezu klaren Himmel am Morgen, doch ein paar Wolken auf und der Tourguide befürchtet schon, dass wir vielleicht noch von etwas Unwetter begleitet werden können.

Dennoch gibt es (noch) keinen Grund zur Eile und wir sehen sogar noch einen Ameisenbär, der offensichtlich genau das tut, für was er seinen Namen erhielt, nämlich Ameisen suchen.
So sieht es zumindest aus.

Ant-eater searching for food in Corcovado, Costa Rica

Allmählich wird es schon wirklich heiß, aber zumindest ist es bald geschafft.
Erst einmal erreichen wir wieder die „La Leona“ Ranger Station.

Noch ein letztes Mal gehen wir kilometerweit durch den Sand und gelangen schließlich wieder in Carate an, um nach über 20km Wanderung und allmählich zu neige gehendem Trinkwasser wieder am Auto anzukommen.

Die Klimaanlage ist zunächst eine wahre Genugtuung.
Ich als Fahrer habe nun zwar noch 1,5h Schlaglöcher umfahren vor mir, aber auch das ist machbar und am späten Nachmittag kommen wir schließlich wieder in Puerto Jimenez an, um zunächst bei einer Cola, später bei einem Bier den Tag ausklingen lassen.

 

 

Ich kann einen Besuch des Corcovado Nationalparks jedem empfehlen, der ein großes Stück Natur mit wenigen anderen Touristen teilen will, etwas abenteuerlustig ist und das mitunter schönste an Flora, Fauna und Tierwelt erleben will, was Costa Rica zu bieten hat.

Auf unserer Wanderung begegneten uns nur 2 andere Touristen mit Guide und wir hatten auf diesem Stück wirklich unsere Ruhe.
Es gibt auch ein paar andere Teilstücke und Orte, die etwas frequentierter sind (z.B. die Drake Bay).
Dennoch ist es hier lange nicht so belebt mit Touristen wie zum Beispiel am Vulkan Arenal.

 

 

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Zum Abschluss gibt’s natürlich noch einmal alle Impressionen zur Wanderung:

 

 

 


2 Kommentare

  • Monika sagt:

    Hallo Robin,
    was hast du für Corcovado bezahlt? Hab gehört er soll ziemlich teuer sein.
    Danke und Grüße
    Monika

    • Robin sagt:

      Hallo Monika,

      naja ziemlich teuer sind wohl die meist mehrtägigen Touren, die oft an der Drake Bay starten, soweit ich weiß.
      Unser Ausflug hat, soweit ich mich erinnere 50$ p.P. gekostet. Da waren wir zu zweit einen Tag lang mit einem Guide unterwegs.
      Aber was Touren und Ausflüge angeht, fand ich Costa Rica sowieso relativ teuer 😉

      Gruß Robin

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