Eine Nacht im Grand Canyon und knapp 1500 Höhenmeter (Teil2)

Grand Canyon Wanderung

Im ersten Teil schrieb ich über die Wanderung zum Grund des Grand Canyon.

Jetzt geht’s weiter mit der Nacht im Canyon und dem anstrengenderen Part am nächsten Tag: dem Aufstieg.

 

Am Bright Angel Campground angekommen, suchten wir uns einen netten freien Platz, der zumindest noch ein wenig Schatten bot. Mittlerweile war es schon recht heiß hier unten.

Grand Canyon Wanderung

Fluss am Campground

An Ausstattung gibt’s auf jedem Stellplatz einen Tisch mit Bänken. Viel mehr glaube ich nicht.
Nach einer Abkühlung am Fluss und einer längeren Mittagspause auf der Bank kam die zuständige Rangerin vorbei, um das Permit zu checken und ein bisschen was über die Gegebenheiten hier unten zu erzählen.
Wer Lust hat, kann sich abends auch einen Ranger Talk anhören.
Außerdem gäbe es auf der Phantom Ranch (etwa 100m entfernt) einen kleinen Shop und etwas zu essen.

Na mal sehen. Zu essen hatten wir ja noch etwas, auch wenn der mitgebrachte Sandwich von oben nicht mehr allzu toll schmeckte.
Vor allem aber schmeckt das Wasser hier unten nicht besonders (das Wasser wird vom Fluss abgeschöpft und mittels entsprechender Mittel trinkbar gemacht).
Umso interessanter war die Limonade, die es in dem Mini-Shop für 3$ + je 1$ für refill gab. Dieser Luxus hier unten kam uns dann doch recht gelegen, denn das warme, schlecht schmeckende Flusswasser ist auf Dauer doch zum Abgewöhnen 😉

Nach einem schönen Nachtspaziergang, den man sich hier unten nicht entgehen lassen sollte, ging es nun – nicht ins Zelt, denn das hatten wir ja nicht dabei – sondern vielmehr auf den Tisch, was sich als bequemste Schlafmöglichkeit erwies. Der Boden war dann doch recht staubig.

Noch vor 5 Uhr klingelte wieder der Wecker, denn auch hier gilt: je früher man los läuft, desto später kommt die Hitze.

Also alles zusammengepackt, ein paar Riegel zum Frühstück und auf ging es zur 15,3km langen Wanderung, die 1335 Höhenmeter überwinden sollte.

Wir waren natürlich nicht die Einzigen, die um die Zeit schon los liefen, aber viel war noch nicht los.

Grand Canyon Wanderung

 

Los geht’s. Erstes Ziel: Indian Garden

Der Rückweg teilt sich nun auch wieder in verschiedene „Abschnitte“ auf. Der erste nennenswerte Punkt ist der Indian Garden Campground. Diesen erreicht man nach 7,6km und 404 Höhenmetern. Die meisten Leute, die 2 Nächte im Grand Canyon bleiben möchten, wandern nur bis hierher und übernachten dort noch eine Nacht.

Ich muss sagen, dieses erste Stück zieht sich schon ziemlich.
Nachdem es vom Start erst relativ eben geht, beginnt nach etwa 3km ein kontinuierlicher Aufstieg. Da ist es schon sehr gut, dass es noch nicht heiß ist.
Irgendwann ändert sich die Vegetation dann langsam von „steinig und sandig“ zu „immer mehr grün“ und man hofft, dass in Kürze schon der Indian Garden um die Ecke kommt.

Grand Canyon Wanderung

In Richtung Indian Garden

Naja, vom erstem Grün bis zum Indian Garden dauert es leider doch noch eine ganze Weile. Zwischendurch begegnet man einigen Wildtieren (Rehe oder dergleichen).

Nach einiger Zeit (ich schätze 3 Stunden) haben wir dann Indian Garden endlich erreicht. Hier kann man auch gleich Wasser nachfüllen, was auch schon nötig ist. Für den Aufstieg braucht man eben doch erheblich mehr Wasser.

Eine erste, mehr oder weniger längere, Pause ist nun auch angebracht. Ab hier kann man sagen „Die Hälfte des Weges ist geschafft„. Leider gilt das nur für die Strecke, nicht aber für die Höhe.
Denn an Höhe hat man bis hierher nur knapp ein Drittel überwunden (404m/1335m).

 

Weiter zum 3-Mile-Resthouse

Grand Canyon Wanderung

Blick zurück in Richtung Indian Garden

Ab jetzt gibt es noch 2 nennenswerte Stellen, nämlich das 3-Mile-Resthouse und das 1,5 Mile Resthouse. Dies sind die beiden Stellen, an denen man nochmal Wasser auffüllen und Pause machen kann.

Vom Indian Garden, der noch schön schattig ist, geht es nun lange Zeit in der Sonne. Wir hatten einigermaßen Glück, das auch ein paar Wolken vorhanden waren und nicht dauerhaft die Sonne schien.

Es geht nun ein paar km über eine eher ebenere Fläche (die dennoch steigend ist) in Richtung Felswand. Ab hier dann größtenteils über Spitzkehren kontinuierlich und unermüdlich aufwärts.
Nach nicht allzu langer Zeit hat man es dann zum 3-Mile-Resthouse geschafft. Die Entfernung vom Indian Garden betrug 2,7km und 289 Höhenmeter.

Ab hier geht es eigentlich aber erst richtig los.

Grand Canyon Wanderung

Hütten rechts: 3-Mile-Resthouse / grünes Fleckchen im Hintergrund/Mitte: Indian Garden

 

1,5 Mile Resthouse

Vom 3-Mile Resthouse zum 1,5 Mile Resthouse geht es nun über 2,4km 299 Meter nach oben. Die Steigung beträgt 12,5%.

Ab hier muss man sich gewissermaßen einfach hochkämpfen. Ich brauchte nun schon etwa alle 10 Minuten eine kleine Pause, bevor es weiterging. Hier bieten sich wieder einige schöne Ausblicke auf den Grand Canyon und die Strecke, die man bereits gelaufen ist.

Angekommen am 1,5 Mile Resthouse gibt es wieder eine Pause. Hier sind nun schon einige Touristen. Viele gehen den Bright Angel Trail auch nur ein Stück hinunter und kehren an dieser Stelle um.

 

Endspurt zum Ziel

Grand Canyon Wanderung

Ab hier ist es nicht mehr lang…

Das beste Stück zum Schluss. Jetzt geht’s nochmal richtig intensiv nach oben. Der mit 345 Höhenmetern auf nur 2,6km steilste Abschnitt der Strecke (13,2% Steigung) fordert den Wanderer nochmal heraus.
Seit dem 1,5 Mile Resthouse waren nun auch leider schon unsere Essensvorräte aufgebraucht und es wurde Zeit anzukommen.

Das letzte Stück ist schon ein Kampf, aber irgendwann hat man dann endgültig das Ziel und somit das Ende des Weges vor Augen, was durchaus hilft 😉

Grand Canyon Wanderung

Blick von ganz oben

Nach etwa 7-8 Stunden war es dann endlich soweit. Der Trailhead und somit die Felskante war erreicht und der Aufstieg tatsächlich geschafft.
Blickt man nun hinunter auf die Strecke und Entfernung, die man zurückgelegt hat, kann man sich das fast gar nicht vorstellen, so weit und hoch gelaufen zu sein.

Vor allem hatte ich nun aber unglaublichen Hunger. Schließlich gingen unsere Essensvorräte doch etwas früher zu neige (daher: lieber etwas mehr mitnehmen) und bei der Strecke verbraucht man vermutlich etliche kcal.
Der 3/4-Pounder Burger mit Pommes bei Wendy’s hat anschließend nicht viel länger als 5 Minuten überlebt.

 

Das war sie, die Wanderung zum Grunde des Grand Canyons. In jedem Fall ein einmaliges Erlebnis, welches ich nur empfehlen kann, wenn man mindestens 3 Nächte Zeit hat für den Grand Canyon N.P.
Es ist zwar anstrengend als nicht geübter Wanderer, aber für die meisten Leute vermutlich machbar, zumindest, wenn man eine Nacht am Grund übernachtet. Am selben Tag runter und wieder hoch, hätte ich persönlich aber nicht machen wollen.

 

Warst du selbst schon mal im Grand Canyon und bist vielleicht bis zum Grund gewandert? Was sind deine Erfahrungen? Schreib doch in die Kommentare!

 

Hat dir dieser 2-teilige Bericht gefallen? Dann bedanke dich doch mit einem „gefällt mir“ oder teile den Artikel 😉

 

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Zum Schluss noch die Bilder vom Aufstieg in der Übersicht:

 

 

 


4 Kommentare

  • Michael sagt:

    Sehr schöne Tour mit der Übernachtung.
    Ich war voriges Jahr dort und habe den Weg an einem Tag geschafft, besser gesagt, in 11 Stunden. Wenn man erstmal die Touristen-Wege verlassen hat, d.h. etwas tiefer in den Canyon kommt, ist es einfach wunderbar. Dieses Jahr werde ich das nochmal machen. 🙂

    • Robin sagt:

      Hallo Michael,
      11 Stunden ist schon eine gute Zeit 😉 Ich denke, wenn wir kein Permit mehr bekommen hätten, hätten wir es auch so versucht. Aber es stimmt schon, je tiefer, desto weniger Touristen und die Landschaft bietet v.a. nach der Hälfte noch einige faszinierende Ausblicke.
      Gruß Robin

  • Suzana sagt:

    Hallo Robin!

    Da wir im März auch einen Road Trip durch die USA planen bin ich auf deine Seite gestoßen.
    Wollte dir einfach nen Kommentar da lassen, da ich deinen Blog wirklich toll und informativ finde. Er wird die nächsten Monate in meine Favoritenliste kommen 😀

    LG aus Österreich

    Suzana

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