Ijen Vulkan, Indonesien – Wanderung zum „Blue Fire“

Ijen Vulkan Blue Fire

Der Ijen Vulkan auf der Halbinsel Java in Indonesien ist bekannt vor allem für eine nächtliche Attraktion:
Das „Blue Fire“. So wird das blaue Feuer genannt, welches im Krater des Vulkans durch den Kontakt von Schwefelgasen und Luft entsteht.
Vor allem um dieses Schauspiel zu sehen, pilgern daher jede Nacht zahlreiche Touristen und Schaulustige bis hoch zum Rand des Kraters und von dort hinunter in den Krater bzw. an den Kratersee.

Wie ich in meinem Artikel über die Mount Bromo Wanderung beschrieb, war die Wanderung zum Ijen Teil meiner 3-Tages-Tour, die ich gebucht hatte.
Somit war der Transport vom Mount Bromo an den Fuße des Ijen-Vulkan-Komplexes bereits inbegriffen und ich „übernachtete“ in einem Hotel, wo sich offensichtlich nur Ijen-Touristen befanden.
Wobei man von Übernachten hier eigentlich gar nicht sprechen kann, schließlich sollten wir uns bereits um halb 1 wieder an der Lobby einfinden.
Nach dem Abendessen ging es für mich also nur noch etwa 3 Stunden ins Bett zum Schlafen, um mich anschließend kurz vor 12 wieder wecken zu lassen.
Viel Schlaf hatte ich an diesen 2 Nächten also nicht gerade, die Müdigkeit hielt sich aber dennoch in Grenzen.

Um kurz nach 1 waren wir schließlich am Fuße des Vulkans, wo der Aufstieg begann und unser Tourguide uns erwartete. Grundsätzlich scheint ein individueller Aufstieg hier bei Nacht nicht vorgesehen zu sein.

Ab jetzt ging es ein langes, steiles und anstrengendes Stück nach oben. Unsere Gruppe von ca. 5 Leuten war auch nicht gerade die langsamste, sodass wir nach kurzer Zeit die anderen Gruppen abgehängt hatten und eine Steigung nach der anderen erliefen.

Irgendwann ist das „schlimmste“ Stück geschafft und es geht nur noch moderat aufwärts, bis man schließlich den Kraterrand erreicht. In der Dunkelheit kann man zwar noch nicht so viel erkennen, aber dennoch lässt sich das Ausmaß des Kraters und Kratersees bereits erahnen.

Ijen Vulkan Blue Fire

Ijen volcano view at night on Java, Indonesia

Der Tourguide will uns nun ein paar Gasmasken zum Verleih andrehen. Naja. Da ich nicht wirklich wusste was einen da unten erwartet, ließ ich mir eine gegen ein kleines Zusatzentgelt geben.
Schließlich ist der Vulkan bekannt für seinen Schwefel und die Schwefeldämpfe, die ja auch das blaue Feuer entstehen lassen.
Besonders wirksam waren die Gasmasken im Endeffekt aber irgendwie nicht.

Den Krater hinunterzulaufen dauert noch einmal um die 20 Minuten. Ein steiler Abstieg auf engen Wegen. Nach kurzer Zeit kommen einem bereits die ersten Schwefeldämpfe entgegen. Nicht gerade angenehm, aber das ist erst der Anfang.

Ijen Vulkan Blue Fire

Nach dem Abstieg (die Lichter sind die Taschenlampen der Hinabsteigenden)

Auf dem Weg nach unten begegnet man einigen Arbeitern, die den festen Schwefel, der sich im Krater befindet abbauen und den ganzen Weg hoch (und später hinunter) schleppen müssen. Eine sehr anstrengende, gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeit, die den Arbeitern im Laufe der Zeit sehr zusetzt.

Schließlich erlebe auch ich die Schwefeldämpfe in voller Wirkung, die nicht nur in den Augen brennen, sondern auch einen gewissen Hustenreiz verursachen, zumindest dann, wenn der Vulkan neue Schwefeldämpfe aussendet.
Nach einigen Minuten und als der nächste Schwefel auf meine Augen und Lunge trifft, frage ich mich für einen Moment, was ich mir hier gerade eigentlich antue; und weiß gleichzeitig, warum die Schwefelarbeiter nicht lange gesund bleiben können, vor allem da diese meistens nicht mal eine Gasmaske tragen.
Na gut, ein Erlebnis ist es auf jeden Fall und da war ja schließlich auch noch das „Blue Fire“.
Leider ist das blaue Feuer die meiste Zeit auch sehr stark von den Schwefeldämpfen umlagert, was die Sicht ziemlich trübt.
Auch soll es heute nicht ganz so kräftig sein, wie an anderen Nächten.
Interessant ist es dennoch.

Ijen Vulkan Blue Fire

Blue fire on Ijen volcano at night, Java

Anschließend bin ich noch ein paar Minuten am Rande des Kratersees spaziert, welcher durch die intensive blau-grüne Farbe einzigartig ist. Baden gehen sollte man hier aber nicht gerade 😀 – die hohen Temperaturen und der Schwefelgehalt machen das Wasser nicht gerade sehr einladend.

Nach etwa einer halben Stunde hier unten ist es dann aber auch genug. Die Dämpfe machen einen langen Aufenthalt hier nicht allzu angenehm.
Zusammen mit dem Tourguide laufen wir den ca. 300m hohen Krater also wieder hinauf und so allmählich wird der Himmel auch schon heller; der Sonnenaufgang dauert nicht mehr lange.

Ijen Vulkan Blue Fire

View on volcano landscape at Ijen, Java

Spannend zu beobachten, wie die Landschaft um einen herum überhaupt aussieht; hat man die letzten Stunden hier schließlich nur bei Dunkelheit verbracht. Auch die Schwefeldämpfe und die beeindruckende Farbe des Kratersees werden allmählich sichtbar.

Ijen Vulkan Blue Fire

View on the Ijen volcano from above, Java

Irgendwann ist die Sonne aufgegangen und die letzten Touristen kommen wieder den Krater hinauf. Ebenso die Arbeiter, die ihre schweren Körbe auf den Schultern tragen, um diese in Kürze wegzutragen oder sogar noch einmal in den Krater steigen, um noch mehr Schwefel abzubauen.

Ijen Vulkan Blue Fire

Worker carrying sulfur from Ijen volcano on Java, Indonesia

Begleitet von einer schönen Aussicht auf die umliegende vulkanische Landschaft, beginnen wir den Rückweg von hier oben. So steil wie es hinauf ging, geht es nun natürlich wieder abwärts … und auf die Waden.
Es ist gerade einmal kurz nach 6 Uhr am Morgen, als wir unseren Startpunkt allmählich wieder erreichen. Eine Uhrzeit, zu der man sonst noch im Bett liegt, nun aber bereits eine mehrstündige, anstrengende Wanderung hinter sich hatte.
Fühlt sich ziemlich verrückt an.

Ijen Vulkan Blue Fire

Landscape around Ijen volcano on Java, Indonesia

Kurze Zeit später kommt unser Fahrer und wir verlassen die Ijen Region. Nun ging es für mich weiter an den Hafen, für die weitere Überfahrt nach Bali.

Insgesamt eine durchaus verrückte Sache, der Besuch des Ijen bei Nacht.
Aber trotz mancher Beschwerlichkeiten auf dem Weg und vor Ort, hatte diese Wanderung eine wirklich besondere Atmosphäre an einem einzigartigen und spannenden Ort, welcher sicher einen Besuch wert ist, wenn man in Indonesien unterwegs ist.

 

 

Warst du auch schon einmal am Ijen Vulkan und hast das Blue Fire gesehen? Wie waren deine Erfahrungen?
Schreib doch in die Kommentare!

Hat dir dieser Bericht gefallen? Ja? Dann bedanke dich doch mit einem „gefällt mir“ oder teile den Artikel 😉

 

Für deine Reisen empfehle ich dir außerdem die kostenlose VISA Kreditkarte der Santander, mit der du weltweit kostenfrei Bargeld abheben kannst und vieles mehr. Weitere Infos dazu Santander 1PlusCard

 

Zum Schluss gibt es wie üblich die Galerie mit allen Impressionen zur Ijen Wanderung:

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.