Rollerunfall in Thailand – und wie man damit klar kommt

Unfall im Ausland

Oft wird gemahnt, gewarnt und Statistiken von Verkehrstoten unter die Nase gerieben wenn es um das Thema Roller fahren in Asien geht oder allgemein den dort herrschenden Verkehr.

Unfall im Ausland

 

Gleich vorweg: Ich möchte mit diesem Artikel sicherlich niemand das Roller fahren in Thailand ausreden, nach meiner Erfahrung muss ich aber zumindest dazu aufrufen, vorsichtig zu sein.

Meist geht alles gut und dennoch gibt es gerade in Thailand etliche Touristen bzw. Backpacker, die in einen Rollerunfall verwickelt sind, ob unverschuldet oder nicht, man sieht auf den Reisen dort immer mal wieder den ein oder anderen bandagierten Leidtragenden.

Leider bin auch ich mit einem Unfall im Ausland nicht verschont geblieben und das auch ausgerechnet auf der für Rollerunfälle durchaus bekannten Insel Koh Phangan in Thailand.

Wie das Ganze passiert ist, wie die ärztliche Behandlung und die Wochen nach dem Unfall waren, erfahrt ihr in diesem Artikel 😉

 

Rollerunfall in Thailand – So schnell geht’s

Während viele der Rollerunfälle durch Trunkenheit (z.B. nach Partys wie auf Koh Phangan) und Unvorsichtigkeit/Übermut passieren, war es bei mir vor allem durch Nässe.

Es war das thailändische Neujahrsfest „Son Kran“ und ich war auf der Insel Koh Phangan. Son Kran ist für seine Wasserschlachten bekannt, folglich waren nach ein paar Stunden die Straßen regelrecht geflutet mit vielen Wasserlachen. Verhängnisvollerweise entschied ich mich, ausgerechnet bei diesem Chaos auf den Straßen, einen Roller zu mieten.

Roller fahren macht Spaß – keine Frage. Als der Roller dann auf dem ganzen Wasser weggerutscht ist, war der Spaß leider schneller wieder vorbei, als er angefangen hat.
Ein wenig wird auch mit rein gespielt haben, dass ich keine große Erfahrung im Roller fahren hatte. Nichtsdestotrotz war es sehr rutschig und dann geht das bei den, meist eh nicht besonders gewarteten Rollern, leider recht schnell.
Also: Bei Nässe, wenn es denn sein muss, besonders vorsichtig fahren.

 

Die ärztliche Behandlung in Thailand & Co.

Unfall im Ausland
Bandagen nach dem Unfall

Gut war, dass an der Stelle des Unfalls viele Leute waren, das Krankenhaus in der Nähe und auch sofort ein paar Ersthelfer angesprungen kamen. Nachdem erstmal Desinfektionsmittel über die Wunden geschüttet wurde (na wenigstens kam das schmerzhafteste des ganzen Unfalls gleich zu Beginn) wurde ich von ein paar netten Backpackern (ironischerweise auf einem Roller) ins nahegelegene Krankenhaus gebracht.

Ein paar Spritzen in den Fuß und eine Stunde Wunden-Reinigung später wurde dann noch ein Bruch im Handgelenk festgestellt und an Armen und Beinen bandagiert und mit 4 verschiedenen Medikamenten ausgerüstet, wurde ich erst mal wieder entlassen 😉

Insgesamt war das Resultat eine starke Wunde am rechten Fuß, Schürfwunden am rechten Bein und Arm und der Bruch im Handgelenk.
Außerdem musste ich ca. 180€ für den Schaden am Roller zahlen (hatte meinen Reisepass als Pfand, würde ich aber zukünftig vermeiden, wenn es geht).

Die nächsten Tage musste ich zunächst täglich die Wunden reinigen lassen und meine Medikamente nehmen. Das kleine Insel-Krankenhaus, bzw. eher Klinik war eigentlich gar nicht schlecht und sehr sauber.

Nachdem ich nun nicht mehr schwimmen gehen konnte, änderte ich erst mal meine Pläne und reiste zunächst weiter in Richtung Malaysia, statt die anderen Inseln in der Umgebung zu besuchen.

Rückblickend kann ich sagen, dass insbesondere die erste Woche nach dem Unfall nicht sehr angenehm war, was vor allem durch das gebrochene Handgelenk kam, womit es sich doch teils recht schwierig mit einem 15kg Rucksack und in holprigen Minibussen reisen lässt.

Auch musste ich ca. die ersten 10 Tage täglich eine Klinik aufsuchen, um die Wunden zu reinigen, was nicht immer einfach war. Vor allem war Malaysia dann doch nicht ganz so gut ausgestattet mit sauberen Kliniken und Krankenhäusern.
In einem Ort wurde ich nachmittags im Krankenhaus nicht behandelt, da die Bandagen, etc. angeblich nur vormittags verwendet werden wegen der Infektionsgefahr. Auch sonst war das gesamte Krankenhaus eher schmuddelig.

 

… Besserung in Sicht …

Unfall im Ausland 2 Wochen nach dem Unfall bin ich in Singapur angekommen und ab da wurde es schon wesentlich besser, mit den Verletzungen umzugehen. Insbesondere das Handgelenk schmerzte nur noch bei stärkerer Belastung. Auch die Wunden an Arm und Bein waren geschlossen. Nur die Fußwunde hielt sich hartnäckig…

Danach ging es nach Chiang Mai. Dort musste ich leider noch auf manches, wie Trekking verzichten, insgesamt hatte ich mich aber schon so an die Verletzungen und den Gips gewöhnt, dass ich keine großen Schwierigkeiten mehr hatte.

Auch die Aussicht, wieder schwimmen gehen zu können (denn der Süden Thailands stand nun erneut auf dem Plan) wurde größer. Alle Wunden, außer der am Fuß, waren größtenteils verheilt.

4 Wochen nach dem Unfall war ich also wieder im Süden Thailands angelangt und bin auf Koh Samui wieder erstmals ins Meerwasser.

Leider hat das offensichtlich nicht gerade zur Heilung der doofen Wunde am Fuß beigetragen, die im Endeffekt selbst zum Ende der Reise (6 Wochen nach Unfall) noch nicht verschlossen war, sondern die letzten Tage sogar nochmal leicht infiziert wurde.

 

Fazit des Ganzen

So ein Unfall im Ausland ist sicherlich keine Erfahrung, die man haben muss. Trotzdem ist es aushaltbar und solange die Verletzungen in Maßen sind, sollte man trotz anfänglicher Schmerzen und Schwierigkeiten die Reise nicht voreilig abbrechen. Ich wurde auch gefragt, ob ich nicht überlege lieber zurück zu fliegen. Diese Option kam für mich aber eigentlich nie in Frage.

Unfall im Ausland
4 Tage nach dem Unfall …

Wenn man doch zweifelt sollte man sich aber vielleicht wenigstens eine Woche geben, um zu sehen wie sich alles entwickelt. Ich hätte im Nachhinein jedenfalls einiges verpasst, wenn ich wegen des Unfalls zurück wäre.

Es ist zwar schwer, positive Aspekte zu finden, aber immerhin kam man durch die sichtlichen Verletzungen schneller in Kontakt mit anderen Reisenden, da fast jeder fragt, was passiert ist.
Was ein Segen sein mag ist aber gleichzeitig auch Fluch. Die Frage „What happened to your arm?“ musste ich ungefähr 100x beantworten (keine Übertreibung) und das wird einem dann doch irgendwann leid.

Außerdem, um noch einen positiven Aspekt herauszuquetschen, kommt man mit dieser negativen Erfahrungen doch teils an seine Grenzen und wird anderen schwierigen Situationen eventuell entspannter begegnen können.

Es hat aber auch mal wieder gezeigt, wie wichtig eine Auslandskrankenversicherung ist. Die Behandlungskosten über die Reise addierten sich auf knapp 1000€, die dann aber von der Krankenkasse komplett erstattet wurden.

Nachwirkungen? Naja, das Handgelenk ist natürlich wieder verheilt, trotzdem musste ich nach dem Urlaub noch 4 Wochen Krankengymnastik machen und die komplette Beweglichkeit war erst ca. 3 Monate nach dem Unfall wiederhergestellt.
Eine Narbe am Bein verbleibt und ein paar kleine am Arm. Die große Narbe am Fuß bleibt eventuell für immer.

 

Die Moral von der Geschichte: Roller fahren macht Spaß und ist praktisch, aber sei insbesondere als Anfänger nicht naiv und fahre besser immer einen Ticken vorsichtiger, als du es für nötig hältst. Vermeide Nässe und unnötige Risiken.

Dann sollte einem ungetrübten Spaß hoffentlich nichts im Wege stehen.

 

Welche Erfahrungen hast du mit Roller fahren in Thailand gemacht?

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9 Kommentare

  • Hi Robin,

    gerade deinen Artikel gefunden und gleich angeklickt, da Zweiräder in Thailand gerade mein Thema sind. Danke für deine Geschichte die du hier mit uns teilst. Ich hatte, ganz glücklich, nie einen Unfall und das obwohl wir damals eine Tour mit Cross-Bikes machten und auf Off-Road-Strecken teilweise wirklich wie die Affen gefahren sind! Ich denke aber die meisten Unfälle passieren auf vielbefahrenen Straßen, gerade bei Leuten die sich unsicher fühlen..
    Habe dich in meinem Artikel mit Infos über Motorradreisen in Südostasien verlinkt, da es eine tolle Ergänzung dazu ist: http://happymonkeys.de/motorradreise-suedostasien-alle-infos/
    Vielen Dank!

    Love,
    Simon 🙂

  • Pingback: Abenteuer Motorradreise in Thailand: Alle Infos | Happy Monkeys
    • Das ist furchtbar, ich kann mir nichts schlimmeres für eine Mutter vorstellen.
      Ich wünsche Dir viel Kraft und möchte Dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
      GLG
      Sven

  • Bei mit ist es gerade gestern passiert. War mit dem Roller in Thailand unterwegs (Chiang Rai die Ecke) und bin über super tiefe Schlaglöcher geflogen. Ich wurde von nem Kanadier dann auch aufm Rollerrücksitz zum nächsten Krankenhaus gebracht und bin nun bandagiert 😉 Zum Glück hab ich nix gebrochen, aber mein Gesicht sieht ordentlich mitgenommen aus. Die Moral der Geschichte ist aber auf jeden Fall, dass nu die Schlaglöcher alle mit Steinen aufgefüllt wurden nach meinem Unfall, immerhin was gutes getan für die Zukunft 😉

    Und dein Bericht ist auch super interessant zu lesen gewesen, vorallem weil es bei mir fast alles genau so ist. Nur das der Kanadier Mechaniker war und den meisten Schaden für mich kostenlos behoben hat. So musste ich am Ende nur €20 zahlen ~

    • Hallo Jessica,

      danke für deinen Bericht und gute Besserung! So ein Unfall ist immer sehr doof, aber eine Woche später siehts mit den Wunden meist schon viel besser aus.
      Gute Reise,
      Gruß Robin

  • Hi,

    Netter Bericht. Die Realität sieht leider anders aus. Bin auf Phuket und vorgestern hatte nen Junger Typ aus der Nachbarvilla (Thalang) nen Motorbike Crash. Er fuhr angedudelt auf der falschen Seite, viel. 300Meter. Der Thai der aus dem Grundstück kam schaute natürlich nur nach rechts und kawumm.

    Bekleidet mit ausschließlich kurzer Hose, das erste Mal in TH…. allein dafür sollte man ihn zwölfteilen…

    Nun gut, resume Roller totalschaden, Er selbst etliche Schürfwunden und 2 Zehen die nur noch weg hingen. Schockzustand.

    Hab ihn zufällig gesehen und der Ambulanz (Metzgern) übergeben. Der Reisepass war wichtiger als Verletztenversorgung. Polizei und Ambulanz = grausame Arschlöcher.

    Das allerschärfste, er wurde erst ca. 18 Stunden nach dem Crash operiert obwohl Auslandskrankenversicherung vorhanden. Das Krankenhaus Phuket Town weigerte sich anscheinend. Die Familie drehte dann fast durch, ich denke mein Sohn wenns gewesen wäre ich hätte mir ein Skalpell geschnappt und der Arzt hätte dann zwischen Seinen Körperteilen oder die des Patienten wählen können.

    Alles Grattler hier wie man sieht. Ist der Geldföuss geregelt gehts aufeinmal, aber man stelle sich vor es wären schlimmere Verletzungen gewesen…

    Ist also ratsam immer alle Unterlagen, tel. Der Versicherungen, kopie Flugtickets samt Rückflugticket usw. Stets dabei zu haben.

    Der beteiligte Thai hatte keine Versicherung, den hat die Ambulanz erst garnicht mitgenommen.

    Ich bin viel und seit Jahren mitm Motorbike in TH unterwegs, fahre vorsichtig und mache nen Mix aus lebensmüde und trotzdem take care as good I can.

    Ich rate jedem Anfänger, also Nichtbiker oder Nierollergefahrenseiner wenn er hier rumkurvt niemals bedudelt zu fahren, immer festes Schuhwerk und zumindest nen Helm zu haben der einigermaßen vorne noch etwas Schutz bietet. Passieren kann immer was, ist halt ein Kompromiss.
    Der Linksverkehr ist relativ einfach, nur wer 30 Jahre immer rechts gefahren ist, wird immer mal vergessen richtig weg zu fahren oder mal falsch abbiegen. Die Gewohnheit halt.

    Also taked care und habt eure Unterlagen sowie gültige internat. Führerschein dabei und fahrt nur cc Klassen die der Lappen abdekt!

    Lg
    Alex

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