Rundreisen durch Kuba für zwei Wochen [Gastbeitrag]

Kuba Reiseroute 2 Wochen

Kuba ist nicht so klein wie oft vermutet. Mit einer Fläche von rund 110.000 km² ist der Archipel in etwa so groß wie Österreich oder die ehemalige DDR. Will man viel vom Land sehen, muss man entsprechend Zeit einplanen: mindestens ein Monat ist notwendig, um ohne Hektik die meisten der interessanten Städte und Regionen besuchen zu können. Der Transport in Kuba ist oft zäh, man sollte sich deshalb nicht zu viel vornehmen und lieber längere Zeit in einem Ort verbringen, was die Entscheidung nicht einfacher macht. Wer wenig Zeit hat, muss zwangsweise Abstriche machen. Doch was lohnt sich wirklich zu sehen?

 

Der Autor Marcel Kunzmann schreibt unter anderem für www.nachkubareisen.de, studiert Politikwissenschaften und Geschichte in Deutschland und verbrachte ein Jahr in Havanna. Hier stellt er einige Ideen vor, wie man das Land in nur zwei Wochen kennen lernen kann.

 

Hinweis: Die Touren gehen alle vom Startpunkt Havanna aus, lassen sich jedoch genauso von Varadero beginnen. Sie sind sowohl mit dem Bus (Víazul), mit Überlandtaxis oder dem Mietwagen zu absolvieren. Es bietet sich an, verschiedene Touren und Transportmöglichkeiten nach Bedarf zu kombinieren. Am besten prüft man vorab unter www.viazul.com die Preise und Verbindungen. Kleinere Städte ohne Víazul-Anbindung können meist von der nächstgrößeren Provinzhauptstadt günstig und spontan mit dem Überlandtaxi bzw. Camion angesteuert werden. Die Eisenbahn verbindet das Land recht zuverlässig über die West-Ost-Achse, Tickets sind jedoch nicht immer ausreichend erhältlich.
Eine gute Reisezeit für Kuba sind die Monate Januar-April, und für Badeurlaube die heißen Monate Juli und August.

 

Kuba Rundreise für zwei Wochen – Der Westen

Kuba Reiseroute 2 Wochen

Viñales

In zwei Wochen kann man bereits einiges von der Vielfalt des Landes kennen lernen. Nach dem Start in der Hauptstadt Havanna kann man sich zunächst einige Tage im malerischen Viñales gönnen, von wo aus sich Ausflüge an die Nordküste anbieten, z.B. an den wunderschönen Strand von Cayo Levisa oder der näher gelegenen Cayo Jutías. Wer Ruhe sucht, wird auch im Westen Kubas fündig. Auf halbem Weg zwischen Havanna und Viñales das beschauliche Ökodorf Las Terrazas sowie die Wasserfälle von Soroa, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Víazul steuert beide Destinationen an.

Danach geht es weiter Richtung Cienfuegos, einer malerischen Küstenstadt im französischen Stil. Hier lädt die gemütliche Uferpromenade zum Flanieren ein. Wer sich gerne süß abkühlen möchte, dem sei ein Geheimtipp ans Herz gelegt: Die staatliche Eisdielenkette „Coppelia“ betreibt in Cienfuegos eine der besten Filialen des Landes.

Die nächste Station ist das nahegelegene Santa Clara. In der studentischen Stadt lebt der Kult um Che Guevara wie nirgends sonst auf Kuba. In dem Mausoleum am Stadtrand sind seit 1997 die sterblichen Überreste des „Commandante“ aufbewahrt. Wem in Santa Clara das Meer fehlt, der kann mindestens einen Tagesausflug in das kleine Küstensstädtchen Remedios unternehmen, wo das Leben am einen beschaulichen und erfreulich untouristischen Gang geht.

Kuba Reiseroute 2 Wochen

Trinidad

Vor der Rückkehr nach Havanna sollte man versuchen dem historischen Trinidad einen Besuch abzustatten. Einst eine Hochburg des Zuckerrohranbaus und des Sklavenhandels glänzt Trinidad heute mit einer hervorragend Restaurierten Altstadt die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

 

Die Höhepunkte des Ostens – Kubas „Oriente“ in zwei Wochen

Kuba Reiseroute 2 Wochen

Holguin

Kubas Osten, auch „Oriente“ genannt, ist grundsätzlich weniger erschlossen als der Westteil der Insel. Hier befinden sich malerische Buchten, traumhafte Inseln und auch die größten zusammenhängenden Regenwaldflächen der Karibik.

Eine Reise im Osten der Insel startet man am besten von der rund 300.000 Einwohner zählenden Stadt Holguín aus, die gut über internationale Flugrouten zu erreichen ist. Wer in Havanna landet, kann von dort auch mit dem Bus gen Oriente fahren.

Von Holguín aus geht es ins ruhige Gibara, dem beschaulichen „Gegenpol“ zu Baracoa. Tatsächlich haben beide Städte viele Gemeinsamkeiten und streiten sich bis heute um den Titel, die einzig wahre Landezone von Christopher Kolumbus in der Neuen Welt gewesen zu sein. Von Gibara aus bietet sich ein Abstecher zu den etwa 50 km entfernten Stränden von Guardalavaca an.

Von Gibara aus folgt man nach Möglichkeit der kleinen Küstenstraße weiter Richtung Mayarí. Wer noch mehr Strand sucht, wird hier mit dem wunderschönen Cayo Saetía fündig, das mit karibischen Traumstränden aufwarten kann.

Keinesfalls verpassen sollte man das malerische Baracoa, welches am Fuße eines Tafelbergs, eingeschlossen von tropischem Regenwald direkt am Meer liegt. Die Stadt ist von der Provinz Holguín aus nur auf einer schlecht befestigten Landstraße über Moa zu erreichen auf der jedoch regelmäßig Busse verkehren. Keinesfalls verpassen sollte man hier den Humboldt-Nationalpark, der im Rahmen thematisch gegliederter Exkursionen besichtigt werden kann.

Wer dann noch Zeit hat, sollte der Südost-Metropole Santiago de Cuba einen Besuch abstatten, bevor es wieder zurück nach Havanna geht.

Kuba Reiseroute 2 Wochen

Santiago de Cuba

 

Kuba pur – durch die Ebenen Zentralkubas

Wer sich Land und Leute in voller Pracht auch abseits der Touristenrouten ansehen möchte, sollte eine Route durch Zentralkuba erwägen. Von Havanna aus geht es zunächst ins gemütliche Sancti Spíritus. Die Provinz ist bis heute einer der wichtigsten Stützpfeiler der kubanischen Zuckerindustrie. Während das benachbarte Trinidad mit seiner gut erhaltenen kolonialen Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, glänzt die Provinzhauptstadt Sancti Spíritus vor allem mit ihren schön restaurierten Parks und dem gemächlichen Leben, das bisher vom Massentourismus verschont wurde.

Weiter geht es nach Ciego de Ávila, einer 150.000 Einwohner zählenden Stadt, die ein wichtiges Zentrum Zentralkubas darstellt. Von hier aus kann man alle weiteren Ausflugsziele, z.B. an die Nordküste nach Morón, sehr gut erreichen. Apropos Morón: Wer eine einzigartige Reiseerfahrung in Kuba machen möchte, sollte sich überlegen mit dem Zug von Ciego de Ávila in das verschlafene Örtchen zu fahren. Die Tickets sind am Hauptbahnhof erhältlich, am besten mindestens einen Tag vorher anfragen.

Morón eignet sich hervorragend für Ausflüge in die Umgebung. Hier bekommt man Natur pur, ohne viel Stress und Verkehr. Eine Fahrt mit dem Roller auf die Cayos der Nordküste ist ein lohnendes Erlebnis. In der Nähe von Morón befindet sich mit dem Laguna de Leche auch Kubas größter Binnensee. Dieser lässt sich mit dem Mietwagen oder mit dem Roller in weniger als einer halben Stunde erreichen. Entlang der Küste finden sich einige kleine Hütten, in denen hervorragender Fisch für wenig Geld frisch zubereitet wird. Unbedingt probieren!

Von Morón aus lässt es sich über Ciego de Ávila gut nach Camagüey weiterreisen. Die Stadt ist das Zentrum Zentralkubas und gleichzeitig eine der 5 größten Städte des Landes. Die gleichnamige Provinz lebt vor allem von der Viehwirtschaft und dem Zuckerrohranbau. Camagüey selbst gilt als die „Stadt der Tontöpfe“, die sich in fast allen der verwinkelten Straßen der Stadt finden. Von Camagüey aus fahren Busse weiter nach Osten und Westen.

 

Gut zu wissen

  • Für die Einreise nach Kuba benötigt man neben Reisepass, Krankenversicherung und Rückflugticket noch die Touristenkarte (entspricht einem Visum und ist hier erhältlich).
  • Günstig übernachten kann man in Privatpensionen, den Casa Partikulares, oder man versucht es neuerdings mit Airbnb (siehe auch hier).
  • In Kuba gibt es im Moment nicht nur eine kubanische Währung, sondern gleich zwei: Zum einen den Peso Cubano Convertibel (CUC, Kuba Währung für Luxusgüter), und zum anderen den Peso Cubano (CUP, einfache Landeswährung). Geeignete Kreditkarten für eine Reise nach Kuba und anderen Ländern mit Fremdwährung habe ich bereits in diesem Artikel empfohlen.
  • Kubas Internetverbindung ist schlecht, alleine deswegen lohnt sich ein gedruckter Kuba Reiseführer.

 


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