Einreise nach Kambodscha – Lass dich nicht hereinlegen!

Einreise Kambodscha

Wer nach Kambodscha reist, tut das meist in erster Linie um Angkor Wat zu besuchen. Vor allem aber bietet sich ein Abstecher nach Kambodscha an, wenn man zum Beispiel schon in Thailand Urlaub macht, bzw. dort umherreist.
Die meisten werden von Bangkok aus nach Kambodscha starten.

Ab hier gibt natürlich auch die meisten Möglichkeiten.
Wer Kosten nicht scheut, der fliegt einfach vom DMK Airport in Bangkok, von dem aus es manchmal auch schon recht günstige Flüge nach Siem Reap (der Stadt bei Angkor Wat) gibt.
Wählt man diese Möglichkeit, wird man eher weniger an Betrugsmaschen geraten und kann sich diesen Artikel eigentlich sparen 😉

Alle anderen Reisenden werden aber mit dem Bus oder Minibus anreisen.

 

Einreise Kambodscha – Fahrt zur Grenze

Insgesamt gibt es, wie in Thailand üblich, mehrere Möglichkeiten zur Grenze nach Kambodscha zu reisen: Den normalen großen Reisebus, den Zug und den Minibus.

Der Zug ist hier zwar theoretisch am günstigsten, aber in diesem Fall überhaupt nicht praktisch, daher werde ich das nicht weiter erläutern.

Der Bus ist nach dem Zug grundsätzlich am günstigsten, braucht aber, wie üblich, etwas länger als der Minibus (ca. 6 Stunden wenn alles gut läuft).
Die Busse fahren in Bangkok vom  Northern Bus Terminal (Mo Chit)und vom Eastern Terminal (Ekkamai) ab.
Diese fahren relativ regelmäßig und ein Ticket bekommt man auch direkt an den Busstationen, muss sich also nicht vorher eines besorgen.
Man sollte aber auf jeden Fall schon vormittags losfahren, da die gesamte Strecke nach Kambodscha inklusive Immigration schon sehr lange dauert (ich denke ich war um die 12 Stunden unterwegs, 10 Stunden Fahrt, 2 Stunden Grenze).
Der Bus kostet etwa 150-200 Baht (ca. 5€) und fährt bis zur Grenze nach Aranyaprathet/Poi Pet.
Hinter der Grenze kümmert man sich dann selbst um einen Anschlussbus.

Die Alternative zum Bus ist die Fahrt mit einem Minibus.
Diese fahren üblicherweise vom Victory Monument in Bangkok ab. Eventuell kann man ein Ticket dafür auch schon im Hotel/Hostel buchen und manchmal gibt’s dazu auch noch den Transfer zur Abfahrtsstation (hier Victory Monument) dazu. Einfach mal nachfragen!
Der Minibus zur Grenze sollte etwa 4 Stunden Fahrtzeit benötigen. Die Strecke kann teils recht holprig sein und die Minibus-Fahrer fahren wie üblich manchmal etwas “mörderisch”. Die Kosten dafür sind üblicherweise um die 250 Baht (ca. 7€).

 

Einreise Kambodscha

 

Betrugsmaschen rund um die Grenze => Bescheid wissen und vermeiden!

Die Grenze Aranyaprathet/Poi Pet von Kambodscha nach Thailand ist bekannt für die hohe Anzahl an Betrugsmaschen oder auch “Scams” genannt. Hier ist übrigens eine Karte vom Grenzübergang.

 

Masche 1 – “Du musst das Visum noch vor der Immigration machen lassen”

Als ich damals aus dem Minibus ausstieg, hatte ich noch nicht mal meinen Rucksack aufgesetzt, als ich bereits von jemanden angesprochen wurde. Mir war zunächst noch nicht sofort bewusst, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt.

Ich wurde gefragt, ob ich wisse wie ich zur Grenze komme und wie das mit dem Visum abläuft. Ich verneinte und er bat mir an, mir zu helfen und mich hinzuführen. Naja, ich war zwar skeptisch, aber ich ging einfach mal ein Stück mit.
Die eigentliche Grenze war noch ca. 100-200m entfernt. Er brachte mich aber zu einem eher kleineren Gebäude, das zwar einen offiziellen Eindruck machte, mit Angestellten in Uniform, etc. aber nicht die Grenze war.
Hier meinte der Herr nun, ich müsste das Visum hier beantragen. Andernfalls käme ich an der Grenze nicht weiter. Aha, da hatte ich aber was anderes gehört.
Dazu sollte ich einen Visumbogen ausfüllen und – wer hätte das bloß gedacht – erst mal etwas Geld berappen, 1100 Baht.
Aus sicherer Quelle und aus Blogs wie diesem hier wusste ich allerdings, dass das Visum nur genau 20$ (ca. 700 Baht damals) kostet und nicht mehr und nicht weniger (Achtung: Mittlerweile kostet das offizielle Visum 30$).
Nachdem die anfängliche Skepsis zu Gewissheit umschlug, dass das Ganze hier nicht offiziell und nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, bin ich aufgestanden und wieder raus gegangen. Na gut, dass ich hier nicht gleich drauf reingefallen bin.

Merke also: Wenn dir sofort jemand nach dem Aussteigen aus dem Bus bzw. auf dem Weg zur Grenze mit dem Visum helfen will und dich zu einem kleinen Gebäude, statt der Grenze bringen will, dann lehne dankend ab.
Um zur Grenze zu kommen, muss man nur der quasi einzigen Straße folgen in Richtung des größeren Grenzgebäudes. Man muss auch definitiv nicht vorher irgendetwas ausfüllen oder beantragen, um durch die Immigration zu kommen.
Erst bei der richtigen Immigration (da wo alle anderen Reisenden sind) muss man die Departure Card, die man bei der Einreise nach Thailand bekommen hat noch ausfüllen.

 

Masche 2 – “Ich lass deinen Pass stempeln”/Bearbeitungsgebühr am Schalter

Einreise Kambodscha
Visum inkl. Stempel

Wenn man durch die Thai Immigration gelangt ist und entsprechend aus Thailand ausgereist, befindet man sich zwischen den beiden Grenzen.
Um die Grenze nach Kambodscha zu überqueren, besorgt man sich nun das tatsächliche Visa-on-Arrival, welches in den Reisepass getackert wird.
Rund um das Visum-Häuschen (ein eher kleines Gebäude, an dem man vorbei kommt, man muss aber ein bisschen danach Ausschau halten, da es etwas unscheinbar ist) gibt es auch wieder ein paar Versuche an dein Geld zu kommen.
Zum Beispiel Beamte, welche dir anbieten, dir das Visum zu besorgen – gegen eine kleine Bearbeitungsgebühr versteht sich. Das ist natürlich Unsinn, da du genauso gut auch selbst in das Gebäude gehen kannst, um dir das Visum zu besorgen.
Auch hier, wo man dann eigentlich ganz offiziell am Schalter ist, versuchen sie dir eine 100 Baht Zusatzgebühr aufzuschwatzen. Ich weiß nicht, ob man daran überhaupt vorbei kommt – offiziell ist diese aber eigentlich nicht.
Sicherlich gibt es um den Visum-Schalter herum noch ein paar andere Maschen. Man sollte jedenfalls auf nichts eingehen und ausschließlich selbst dort hingehen und den Stempel besorgen – für (mittlerweile) 30$.

Nachdem man das Visum dann endlich hat, geht man letztlich noch zur eigentlichen Grenzkontrolle (Fingerabdruck-Abnahme inklusive) und ist dann endlich durch.

Hier geht’s dann weiter mit einigen Betrugsmaschen…

 

Masche 3 – “Du musst hier Geld wechseln, woanders geht das nicht mehr”

Es ist ratsam vor deiner Einreise nach Kambodscha einige Dollar (z.B. 100$) zu besorgen.
30$ benötigst du ja eh schon für das Visum. Aber auch sonst kann man in Kambodscha grundsätzlich auch mit US-Dollar bezahlen (1 $ = 4000 Riel).

Jedenfalls kann es gut sein, dass dir an der Grenze versucht wird einzureden, dass du hier Geld wechseln musst, da das dann sonst nicht mehr geht oder ähnliche Geschichten.
Tatsache ist, dass die Wechselkurse hier meist extrem schlecht sind oder gar mit der Unwissenheit der Touristen über den Wechselkurs, versucht wird, total überzogene Wechselkurse aufzurufen.
Jedenfalls kannst du natürlich auch woanders noch Geld abheben oder umtauschen.

 

Masche 4 – Die üblichen Taxi/Tuk-Tuk/Bus-Scams

Einreise KambodschaSobald man die Grenze passiert hat, wird man natürlich wieder von allerlei “Schleppern“, also Taxifahrern, Tuk-Tuks oder Shuttle-Bussen empfangen, die einen nach Siem Reap bringen wollen oder zum “Busbahnhof” oder sonst wohin.
Mit dem Taxi nach Siem Reap kann sich tatsächlich lohnen, wenn man es sich mit anderen teilt. Die übliche Gebühr scheint 40$ fürs ganze Taxi zu sein, also ggf. 10$ p.P. Das ist grundsätzlich in Ordnung. Mehr sollte es nicht kosten.

Günstiger geht es in der Regel mit dem Bus. Ich bin damals einfach der Menge gefolgt und kurz nach der Grenze gab es einen kleinen Busbahnhof oder Bussteig. Hier standen auch besagte Taxis herum, die man alternativ hätte nehmen können.
Ich entschied mich für den Bus, wie auch die meisten anderen Reisenden hier. Das war zwar so der typische Touri-Bus (inkl. Stopp bei einem “Restaurant”, dass natürlich nicht zufällig ausgewählt war), aber an sich schon in Ordnung und günstig (ca. 5$).
Wichtig ist, dass man sich nach der Grenze nicht einreden lässt, das irgendwo am anderen Ende der Stadt der “eine” richtige Busbahnhof ist, denn das hat ja offensichtlich nicht gestimmt.

Nachdem man mit dem Bus in Siem Reap angekommen ist, wird man natürlich wieder von zahlreichen Tuk-Tuk-Fahrern in Empfang genommen. Die Fahrt zum Hotel oder Hostel sollte nicht mehr als 2-3$ kosten.
Am Ende wird der Tuk-Tuk-Fahrer euch fragen, ob ihr in für den nächsten Tag für eine Angkor-Wat-Tour bucht. Hier habe ich mehr dazu geschrieben.

 

So, ich denke das waren die wichtigsten Hinweise zu Südostasiens vielleicht umstrittenster Grenze, was Betrugsmaschen angeht. Natürlich sind das noch nicht alle Einzelheiten an Maschen, mit denen man dort vermutlich konfrontiert wird. Dennoch sollte es helfen, über die Grenze zu gelangen ohne “ein Lehrgeld zahlen zu müssen”.

 

Bist du selbst schon mal über diese Grenze nach Kambodscha gereist? Was waren deine Erlebnisse dort?

Wenn dir dieser Artikel weitergeholfen und gefallen hat, dann bedanke dich doch mit einem “gefällt mir” oder teile den Artikel 😉

 

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6 Comments

  1. says: Robin

    Kann dem Beitrag nur 100% zustimmen!
    Habe das selbst erlebt, zum Glück ohne auf die beschriebenen Maschen reinzufallen ;), hilfreich wäre der Beitrag im Vorfeld sicher trotzdem gewesen!

    Ich habe danach von dem Busbahnhof (dort hin fuhr ein kostenloser Shuttle-Bus) mit anderen gesprochen die teilweise 2-3 mal so viel für das Visum bezahlt haben wie es offiziell sein sollte.

    Es gibt wirklich schönere Orte als der Grenzübergang aber am Ende des Tages hat es sich gelohnt 😉

    Noch ein kleiner Tipp. Die (ich hoffe ich erinnere mich noch richtig daran) Canadian Bank in der Nähe der Pub Street etc. in Siam Reap ist gebührenfrei wenn man USD abhebt! Die anderen Banken langen mit stark unterschiedlichen Gebühren zu….3-5 USD pro Auszahlung hab ich teilweise gesehen….denke mit der DKB Card bekommt man die auch wieder zurück aber man kann es sich von vornherein sparen 😉

    1. says: Robin

      Danke für deine zusätzlichen Infos! Ja, das mit den Bankgebühren ist ja auch in Thailand so. Ich denke nur in Malaysia hatte ich diese Gebühren kaum. Es stimmt aber, dass man diese Gebühren bei der DKB oder comdirect erstatten lassen kann.
      Man sollte aber auch bei den Wechselkursen bei Banken aufpassen. Zumindest hatte ich in Siem Reap mal in einer Bank nach Wechselkursen (THai Baht zu Riel/USD) gefragt und da hätte man ziemlich drauf gezahlt. Daher dann doch lieber bei einem lizenzierten Geldwechsler “auf der Straße”..

  2. says: Alain Senn

    Wir waren im April 2015 über die Grenze nach Kambodscha gegangen ohne grössere Probleme-zum Glück.
    Was ich sagen muss das die Beamten nach 30$ Gebür noch einen Aufschlag wollten von 5$ weil wir kein Passfoto dabei gelegt hatten.
    Wir gingen sehr spät über die Grenze,es war bestimmt schon 21.00 Uhr die Grenzbeamten waren sehr bestimmt aber sehr freundlich. Das beste war ja das Sie uns noch eine Dose Bier hinstellten und mit uns angestossen hatten, ich vergess dass wahrscheinlich niemehr:-) Bier von den Beamten.
    Das mit den TukTuk Fahrer ist so eine Sach, es stimmt wie Du das hier beschrieben hast,die können sehr lästig sein, sind wirklich wie die Moskitos.
    Danke für Deinen Bericht ist sicherlich für viele gute Tipps dabei!

  3. says: Tina

    Wir sind im November 2017 von Sihanoukville nach Bangkok gefahren und waren auf einige Fallstricke vorbereitet. Und trotzdem passierte uns folgendes: wir kamen verspätet mit dem Bus an, ein Herr nahm uns beim Aussteigen in Empfang und meinte , wir müssten uns beeilen, weil der Minibus nach Bangkok auf der anderen Seite der Grenze schon wartet. Er ruft den Driver schon an, dass wir kommen. Grenzformalitäten zügig und ohne Komplikationen erledigt und auf der anderen Seite den Minibus schnell gefunden. Wir hatten nicht bemerkt, des er uns vorher die Bustickets abnahm, die wir auf der thailändischen Seite wieder brauchten. Ohne Busticket kein Transport nach Bangkok. Es blieb uns nichts übrig, als neue Tickets für 17 Dollar zu kaufen. Vermute Gschäft zwischen Schlepper und Driver. Also haltet Eure Tickets gut fest.

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