Meine Bulgarienreise im Land der unterschiedlichen Landschaftszonen [Gastbeitrag]

Dies ist ein Gastbeitrag von Toni von Travelicia.de

Wie du vielleicht schon weist, liegt der bulgarische Staat mit einer Gesamtfläche von 110.002 km² auf der östlichen Seite der Balkaninsel. Vom Norden bis nach Süden weist Bulgarien insgesamt vier grundlegende Landschaftszonen auf: einmal die nordbulgarische Platte in Richtung der Donau, das mehr als 2000 Meter hohe Balkangebirge, das Mittelbulgarische Becken sowie die südlich gelegene Thrakische Gebirgskette. Neben diesen abwechslungsreichen Landschaften sind es insbesondere die Sehenswürdigkeiten, welche Bulgarien zu einem abwechslungsreichen Urlaubsziel machen. Hier erzähle ich dir mehr von meinen Erfahrungen in Bulgarien.

 

Meine Highlights in Bulgarien: die schönsten Städte

Sofia, Nessebar oder Plowdiw – die Liste der sehenswerten bulgarischen Städte ist nach der Hauptstadt noch lange nicht zu Ende. Und doch weist die westlich am Berg Witoscha gelegene Stadt für mich viele kulturell wie archäologisch bedeutsame Kulturstätten auf. Schau dir bei deinem Besuch unter anderem das Wahrzeichen der Stadt, die Alexander-Newski-Kathedrale an. Die zweitgrößte orthodoxe Kirche ist in meinen Augen ein prunkvolles Gotteshaus, deren Materialien aus mehreren Ländern stammen. So ist die Beleuchtung aus der deutschen Stadt München, das Metall der Tore stammt aus Berlin und ein Teil der Mosaike aus dem italienischen Venedig. Nicht minder schön empfand ich das Akademische Nationaltheater sowie den davor angelegte Stadtgarten. Vor dem Theater konnte ich ausgelassenen, jungen Bulgaren beim Tanzen zuschauen – vielleicht laden sie dich ja auch zum Mitmachen ein!

Nachts habe ich mich in das blühende Nachtleben der Stadt gestützt. In der „One More Bar“ fand ich beispielsweise alles in Einem: Tagsüber ein Café in den hippen Räumlichkeiten, nachts eine entspannte Kneipe. Falls du das Ambiente der 70er Jahre gerne magst, kann ich die „Rakete Rakia Bar“ guten Gewissens empfehlen. Sie erinnert mich durch die servierten Speisen auf sehr nostalgische Art an ältere Zeiten. Selbstverständlich solltest du dazu ein Glas des Nationalgetränks, Rakia, genießen.

Ebenso ist das kleine Örtchen Nessebar mein Highlight der bulgarischen Städte. Ihre historische Altstadt gehört übrigens seit 1983 dem Weltkulturerbe an. Mit ihren traditionellen Häusern und den kopfsteingepflasterten Gassen wird sie dich vielleicht beim ersten Besuch bezaubern. Wusstest du, dass sich Nessebar in Punkto kultureller Sehenswürdigkeiten in keinster Weise hinter der bulgarischen Hauptstadt Sofia verstecken muss? Das ist teilweise dem spannenden historischen Erbe der Stadt geschuldet. Denn ursprünglich wurde Nessebar im 6. Jahrhundert von den Griechen eingenommen, doch wenig später durch die Römer besetzt. Auch der Seehandel von und mit dem kleinen Städtchen florierte. So konnten im religiösen, byzantinischen Zentrum ungehindert viele prächtige Kirchen und Sakralbauten entstehen.

Deinen Rundgang durch die historisch bedeutsame Stadt beginnst du idealerweise wie ich gleich bei dem alten Stadttor. Direkt daneben kannst du dir im archäologischen Museum bedeutsame Funde antiker Hochkulturen anschauen. Dazu gehört übrigens auch eine prunkvolle Ikonensammlung, welche ich zu den bedeutsamsten christlichen Kunstwerken in ganz Bulgarien zähle. Auf dem Weg zum malerischen Stadthafen kannst du einige Kirchen – darunter die im 13. Jahrhundert erbaute Pantokrator-Kirche sowie die Kirche Sveti Stefan anschauen. Am Hafen angekommen, beobachtest du Sommer die anlegenden Kreuzfahrtschiffe oder schaust im Winter auf die kleinen Fischerboote herab.

Die für mich spannende zweitgrößte bulgarische Stadt Plovdiv ist leider allgemein eher unbekannt. Obwohl sie nicht zu den hochfrequentierten touristischen Orten gehört, beeindruckt mich ihre malerische Altstadt. Heute findest du dort inmitten enger Gassen hübsch anzusehende, renovierte Bauten vor. Gleichzeitig kannst du in der Stadt wie ich eine spannende Reise in die Vergangenheit unternehmen.

Übrigens steht das historische Zentrum komplett unter Deckmalschutz. Als Beispiel prunkvoller römischer Bauten rate ich dazu, das bis heute teilweise erhaltene Amphitheater ansehen. Seinerzeit wurde es meinem Wissen nach unter dem römischen Kaiser Trajan um 200 n.Chr. errichtet. Das Theater bietet auch heute noch Gelegenheit, großen Veranstaltungen wie etwa dem jährlich stattfindenden Opernfestival beizuwohnen. Den typischen Charme der Ortschaft vermitteln dir sicher die imposanten Villen der Neuzeit. Sie gehören zu den Wahrzeichen der Stadt und werden als Museen, Restaurants oder Wohnhäuser genutzt.

 

Heilige Stätten – mein Besuch der bulgarischen Klöster

Wie in kaum einem anderen Land gibt es in Bulgarien sehr viele Kirchen und Klöster. Diese zählen zu meinen persönlichen Favoriten während des Bulgarien-Urlaubs. Zu den schönsten unter ihnen zähle ich das Rila Klöster, das für mich äußerlich eher einer Festung gleicht. Nur 120 Kilometer liegt es von der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Die etwa 8.800 m² große Anlage habe ich bei einem Tagesausflug erkundet. Meinen Erfahrungen zufolge hast du sogar die Möglichkeit, innerhalb der heiligen Hallen zu übernachten.

Nicht viele Mönche leben heutzutage noch in den von mir besuchten Bulgarien-Klöstern. Das einzige Kloster, indem die Ordensträger noch einem geistlichen Alltag nachgehen, heißt Basarbowski Kloster. Bevor ich als weltlicher Besucher in das Kloster eintreten konnte, musste ich an einem Brunnen vorbeilaufen. Schenkt man den Erzählungen der Einheimischen Glauben, so besitzt das Brunnenwasser heilende Kräfte.

 

Meine Traumstrände Bulgariens

Sportlich aktiv werden oder einfach in der Sonne liegen – an den bulgarischen Stränden ist alles möglich. Du hast also die Qual der Wahl, ob du dich am berühmt-berüchtigten Sonnenstrand niederlässt oder dich am Goldstrand unter der prallen Sonne entspannst. Wenn du eher ruhigere Gefilde während deiner Bulgarien-Reise bevorzugst, solltest du dich am Sonnenstrand niederlassen. Am bis zu acht Kilometer langen Strand konnte ich jedenfalls tagsüber nach Herzenslust flanieren und Spazierengehen. Hier bist du in bester Gesellschaft, denn neben mir strömen jährlich Millionen von Touristen in die Bucht von Nessebar.

Spektakulär am Sonnenstrand sind für mich insbesondere die nachfolgenden drei Dinge: Zum einen der riesengroße Vergnügungspark namens „Luna Park Sunny Beach“. Er verspricht dir jede Menge Abwechslung, wenn du mit deiner Familie oder Freunden anreist. In Achterbahnen wie „Dragon Coaster“ habe ich mich dem Rausch der Geschwindigkeit hingegeben. Erfrischende Erholung erhielt ich hingegen im „Action Aqua Park“, dem beliebtesten Wasserpark in der Region. Für kulinarische Genüsse empfehle ich dem Wochenmarkt im Kableshkovo. Jeden Donnerstag kommen hier Einheimische und Touristen zusammen, um mit regionalen Produkten Handel zu treiben. Hier bot sich mir eine ausgezeichnete Gelegenheit, um einen eigenen Einblick in das bulgarische Alltagsleben zu erhalten.

Deutlich turbulenter geht es an dem bei Partyfreunden bekannten Goldstrand zu. Tagsüber heißt es, am „Balkan-Ballermann“ entspannen und sonnen. Die Nacht stand für mich im Zeichen der Feierlichkeiten. Im Gegensatz zum „echten“ Ballermann sind die Partys am Goldstrand allerdings erschwinglich. Du kannst hier also ausgelassen und ohne Reue bis in die frühen Morgenstunden feiern. Falls Partys und Feierlichkeiten nicht in deinen persönlichen Plan passen, bist du am Goldstrand dennoch gut aufgehoben. Das Sportangebot am Goldstrand gilt es nicht zu unterschätzen. Du kannst hier segeln, surfen, schwimmen oder sogar Jetski fahren.

 

Meine bulgarischen Geheim- und Insider-Tipps

Zwar sind alle meiner genannten Sehenswürdigkeiten Bulgariens einen Besuch wert, doch existieren daneben nicht allzu touristisch überlaufende Insider-Tipps. Ihre Gemeinsamkeit besteht in der meist abseits der großen bulgarischen Städte verorteten Lage. So waren für mich entlang der Wunderbrücken im südlichen Teil des Landes einige der weltweit schönsten Brücken zu finden.

Die eleganten Marmorbrücken entlang des Flusses Erkyupriya konnte ich von oben und unten anzuschauen. Von insgesamt drei in der Nähe liegenden Aussichtpunkten hatte ich einen wunderschönen, direkten Blick darauf. Eine tolle Alternative bestand für mich in dem eigenen Aufstieg auf die Wunderbrücken. Auf ihrem höchsten Punkt angekommen, genoss ich einen unvergesslicher Blick auf das gesamte Flusstal sowie die umliegenden Wälder.

Als Gegenstück der Wunderbrücken sehen die Bulgaren die sogenannte Teufelsbrücke an. Dies wollte ich natürlich ebenfalls kennenlernen. Zwar fügt sie sich tagsüber beinahe idyllisch in das landschaftliche Bild ein, kann jedoch nachts eine etwas unheimliche Aura haben. Schuld daran trägt wie ich inzwischen weiß, eine gruselige Legende. Sie hat sich seit dem Mittelalter durch Hörensagen verbreitet. Ihr zufolge soll die Frau des Brücken-Erbauers während der andauernden Bauarbeiten zu Tode gekommen sein. Bis heute soll ihr nicht ruhender Geist daher nachts auf der Brücke umherirren. Ebenso wie der Fußabdruck des Teufels, welcher der Legende nach in den Felsen verborgen liegt.

Um zur Teufelsbrücke zu gelangen, bin ich mit dem Auto die einspurige Straße hochgefahren. Allerdings sind die letzten zwei bis drei Kilometer Weg lediglich zu Fuß zurückzulegen. Gib Acht, dass du auf den holprigen Steinchen beim Gehen nicht stolperst. Denn die Teufelsbrücke ist, wie ich feststellen musste, nicht durch ein zusätzliches Geländer gesichert.

Im Gebirge Bulgariens offenbarte sich mir ein weiterer Geheimtipp: Die Pyramiden von Stob, welche einst aus den Gebirgs-Ausläufern der Eiszeit entstanden. Schon von weitem erkannte ich die faszinierenden Felsformationen anhand ihrer gelb-rotbraunen Färbung. Hoch zu den Pyramiden zu steigen ist jedoch meinen Erfahrungen zufolge beileibe nicht ungefährlich. Du benötigst eine gehörige Portion Mut und insbesondere beim letzten Drittel des Aufstiegs absolute Trittsicherheit sowie festes Schuhwerk.

Eine ähnlich schöne Felsformation konnte ich im Nordosten des Landes in Form des Reiters von Madara bestaunen. Er zählt für mich zu den stolzesten Naturdenkmälern des Bulgarenreichs und gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dank einer schmalen, aber gut begehbaren Treppe konnte ich das in 23 Höhenmetern gelegene Felsrelief gut zu Fuß erreichen. Auf dem Weg zum Relief, kam ich danach automatisch die Festung von Madara empor. Oben bot sich mir eine hervorragende Aussicht auf die umliegende bulgarische Landschaft.

Als wichtigste Rosenöl-Produktionsstätte der Welt kannst du dich im Rosental Bulgariens inmitten kilometerlanger Rosenfelder aufhalten. Schon ihr Duft lädt während der Bulgarien-Reise zu einer kleinen Auszeit der Sinne ein. Die mir mich beste Reisezeit für einen Besuch im Rosental liegt zwischen Mai und Mitte Juli. Dann kannst du die romantischen Rosen in voller Blüte bewundern und noch intensiver ihren Duft einatmen. Um daneben einen Einblick in die bulgarische Kultur zu erhalten, empfehle ich den Besuch eines im Tal stattfindenden blumenreichen Volksfestes nach der erfolgreichen Ernte.

 

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