Spinalonga auf Kreta – Die ehemalige Leprakolonie entdecken

Spinalonga befindet sich im Nordosten Kretas und ist auch bekannt als die „Insel der Leprakranken„. Täglich besuchen zahlreiche Touristen dieses beliebte Ausflugsziel, um in das frühere, harte Leben der Leprakolonie einzutauchen. Abgeschottet von der Außenwelt diente die Insel bis Ende der 1950-er Jahre als Auffangbecken bzw. Quarantäne für alle Leprakranken auf Kreta.
Heute ist noch vieles gut erhalten und kann auf einem Halbtagesausflug besichtigt werden.
Aber nicht nur die Geschichte von Spinalonga, sowie die Gebäude sind interessant. Auch die Insel selbst bietet tolle Szenerien auf das Meer und die Landschaft, besonders im weiter oben gelegenen Terrain.

Spinalonga Aussicht

Organisatorisches zu Spinalonga

 

Anfahrt, Parken und Bootsfahrt nach Spinalonga

Auto: Wer mit dem Auto anreist, fährt am besten bis in den Ort Plaka. Von dort ist die Überfahrt mit der Fähre nach Spinalonga am kürzesten (ca. 15 Minuten) und etwas günstiger (nach letztem Stand 8€ für Hin- und Rückfahrt).
Alternativ kann man auch von Elounda abfahren (ca. 20 Minuten). Die Überfahrt kostet dort 10€.
Wer eine Tour nach Spinalonga und Umgebung erleben möchte, kann in Agios Nikolaos starten. Dort gibt es für 12€ Bootstouren mit 3-4 Stunden Dauer. Da dabei aber nur 1 Stunde Aufenthalt auf Spinalonga eingeplant ist, würde ich eine individuelle Anreise empfehlen.

Parken: In Plaka gibt es 2 kostenlose Parkplätze, die man nicht verfehlen kann (gut beschildert).
Auch in Elounda gibt es einen großen, kostenlosen Parkplatz.

 

Öffnungszeiten, Gebühren und beste Besuchszeit

Öffnungszeiten von Spinalonga: In der Hauptsaison (April – Oktober) täglich von 8-20 Uhr. In der Nebensaison nur Samstag/Sonntag von 9.30-16 Uhr.

Eintritt: 8€. Für U18 und EU Studenten kostenlos (der Studentenausweis gilt dann als Ticket).

Beste Besuchszeit für Spinalonga: Wer nicht in den Trubel der Touristentouren kommen will, startet im Optimalfall direkt zur Öffnungszeit. Genauso geht natürlich ein Besuch am späten Nachmittag gut, wenn die Ausflugsboote bereits weg sind.
Wir sind zuletzt gegen 10 Uhr auf Spinalonga angekommen, wo uns am Eingang ein ziemliches Gewusel erwartete. Aber auch dann besteht die Möglichkeit, den Massen zu entkommen (dazu später mehr).

Wie viel Zeit für Spinalonga einplanen? Wir haben für einen ausgiebigen Rundgang, auch abseits der Touristenpfade über 2 Stunden benötigt. Wer nur einmal die Insel umlaufen will (1 km), schafft es auch in ca. 45 Minuten.

 

Hintergrundinfos zur Geschichte von Spinalonga

Im 15. Jahrhundert wurde auf der Insel Kalidón (heute gewöhnlich als Spinalonga bekannt) von den Venezianern ein mächtiges Fort errichtet. Dies fiel in der späteren Geschichte an die Türken, welche Spinalonga bis Anfang des 20. Jahrhunderts besiedelten. Ab dann wurde die Insel als Station für alle Leprakranken Kretas eingerichtet. Soweit es den Leprösen möglich war, richteten sie sich in den bereits vorhandenen Häusern ein und lebten größtenteils als Selbstverpfleger. Die Lebensumstände waren insbesondere die ersten 30 Jahre hart.
Gegen Ende der 1930-er Jahre war es durch Desinfektionseinrichtungen endlich möglich, die Leprakranken zu besuchen. Die totale Isolation hatte somit ein Ende.
1953 dann der Durchbruch: Für die Lepra wurde ein Heilmittel gefunden und die verbliebenen Leprakranken konnten nach und nach die Insel verlassen. Die letzten Bewohner verließen die Lepra Kolonie 1957.

 

Spinalonga auf Kreta entdecken – Rundgang um die Insel

Spinalonga Wohnhäuser

Nach der Landung mit dem Boot geht es durch einen kleinen Tunnel durch die Festungsmauern hindurch. Läuft man von dort aus links weiter, passiert man direkt eine Vielzahl an restaurierten ehemaligen Wohnhäusern, teilweise mit Fotoausstellungen und Infotafeln. Bilder von früher zeigen teilweise, wie die Leute hier früher gelebt haben und man bekommt einen guten Eindruck der damaligen Zeit.

Spinalonga Wohnhäuser

Hat man die ersten Wohnhäuser passiert, gibt es kurz darauf die Möglichkeit, nach oben zu steigen Richtung Inselmitte. Das würde ich auch dringend empfehlen, denn es lohnt sich. Die Touristen-Touren haben nicht genug Zeit, um hier hoch zugucken, daher kann man oben auch gut den Massen entfliehen. Faszinierend sind aber vor allem die fantastischen Ausblicke über die Insel und das leuchtend blaue Meer.

Spinalonga Landschaft

Steigt man wieder nach unten, passiert man bald die Desinfektionskammer, ein größeres Gebäude wo einst sowohl Gegenstände, als auch Besucher mit Karbolsäure desinfiziert wurden, bevor diese die Insel wieder verließen.

Ganz in der Nähe befindet sich der ehemalige Anlegeplatz mit Zugang zum Meer.

Spinalonga Meer Bootanleger

Der Rundgang geht weiter über die Nordspitze und an der „Michel-Bastion“ entlang. In der halbrunden Bastion sind zahlreiche Kanonenöffnungen in alle Richtungen eingelassen, die in früherer Zeit zur Verteidigung dienten.

Nordbastion Spinalonga
Nordbastion auf Spinalonga

Weiter geht es an der Ostseite, auf der sich kaum mehr Wohnhäuser befinden. Gegen Ende passiert man die Kapelle „Agios Georgios“, welche für Beerdigungen der zahlreichen Leprakranken dienlich war, sowie ein Stück weiter den Friedhof (inzwischen zubetoniert, da es immer wieder „Andenkensammler“ gab, die Knochen mitnahmen).

Das Highlight des Rundgangs kommt zum Ende: Der kurze Aufstieg hinauf zur Südbastion. Von dort oben hat man den besten Blick über die wunderschöne Bucht unter einem.

Tipp: Wer sich traut, kann in die großen Kanonenöffnungen hinein und bei einer entspannten Pause die beste Aussicht der Insel genießen und das Treiben weiter unten beobachten.

Südbastion Spinalonga

Für unseren ausgiebigen Aufenthalt haben wir über 2 Stunden benötigt. Inklusive Bootsfahrten also etwa 3 Stunden. Eine gute Zeit für einen entspannten und angenehmen Aufenthalt auf Spinalonga.

Tipp: Als wir um etwa kurz nach 10 Uhr ankamen, waren die Gassen voll von Touristentouren, insbesondere bei den alten Wohnhäusern. Daher ist es sinnvoll, zuerst nach oben in die Mitte der Insel bzw. die Südbastion zu steigen und sich dort umzusehen und die Aussicht zu genießen. Gegen 12 Uhr waren die Wohnhäuser dann wie ausgestorben, weil die meisten Touren fertig waren.

Am Ende wartet man einfach wieder auf das Boot nach Plaka bzw. wo man her kam und fährt zurück zum Festland. Bei der Bootanlegestelle gibt es zudem einen kleinen Kiosk.

Spinalonga ist eine tolle Insel, deren Geschichte und landschaftliche Szenerien spannend sind und bekommt daher eine eindeutige Empfehlung von mir.

 

Warst du schon einmal auf Spinalonga? Wie hat dir der Besuch gefallen und welche Tipps hast du noch dazu? Schreib doch in die Kommentare!

Für deine Reisen empfehle ich dir außerdem die kostenlose VISA Kreditkarte der Santander, mit der du weltweit kostenfrei Bargeld abheben kannst und vieles mehr.

Weitere Infos dazu

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Zum Abschluss gibt es die Galerie mit allen Bildern zu Spinalonga:

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