Chesler Park Joint Trail im Needles District – Die schönste Wanderung Utah’s?

Needles District Chesler Park Joint Trail
Chesler Park, Needles

Nachdem ich die letzten beiden Male, die ich im Südwesten der USA unterwegs war den sogenannten „Needles District“ des Canyonlands Nationalparks leider nicht besucht hatte, war es dieses Jahr endlich einmal soweit.
Zusammen mit meiner Freundin wollte ich den Park auf einer der längeren Wanderungen – dem Chesler Park Loop/Joint Trail erkunden.
Eine der schönsten Wanderungen, die ich in den USA bisher unternommen hatte, wie sich herausstellte.

 

Anreise zum Trailhead und Übernachtung im Needles District

Needles District Chesler Park Joint Trail

Um bereits am frühen Morgen auf dem Trail zu starten, reservierten wir uns einen Stellplatz auf dem Needles Outpost Campground, welcher sich kurz vor dem Visitor Center befindet und etwa eine halbe Fahrtstunde vom Trailhead bzw. Beginn der Wanderung entfernt ist.
Optimal für einen frühen Start ist der Campingplatz „Squaw Flat“ im Park, da dieser noch näher ist und in einer sehr schönen landschaftlichen Kulisse liegt. Dieser war aber bereits einige Zeit vorher ausgebucht (hier kann man reservieren).
Ganz im Gegensatz zum Needles Outpost, welcher noch einige freie Plätze hatte. Leider sahen wir den nur bei Dunkelheit, da wir am Vortag so spät dran waren, dass wir erst etwa 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang ankamen.
Am nächsten Morgen ging es dann bereits um 6 Uhr früh los.

Wer lieber im Hotel übernachten möchte, findet die nächsten Unterkünfte im Ort Monticello. Von hier aus sind es allerdings bis zu 1,5 Stunden Fahrtzeit bis zum Elephant Hill, dem Startpunkt der Wanderung.

Aufgrund der schönen Lichtstimmung und der Ruhe auf dem Wanderweg empfehle ich, die Wanderung zum oder kurz nach Sonnenaufgang zu starten.

Needles District Chesler Park Joint Trail
Um kurz vor 7 sind wir die Einzigen am Parkplatz, die hier starten.

Die letzte Strecke (ca. 5km) zum Elephant Hill Parkplatz ist eine Schotterpiste mit einigen engen Kurven. Mit dem SUV völlig in Ordnung, mit einem Wohnmobil aber unter Umständen etwas grenzwertig.

Als wir ankommen, sind wir das einzige Auto auf dem Parkplatz, was mich schon sehr verwunderte. Schließlich ist man das bei anderen schönen Wanderwegen z.B. im Arches Nationalpark oder im Island in the Sky District des Canyonlands Nationalparks gar nicht gewöhnt, auch nicht zur frühen Stunde.

 

Start auf dem Trail Richtung Chesler Park

Der gesamte Wanderweg ist mit 11 Meilen bzw. 18km angegeben. Gewöhnlich braucht man dafür 7-8 Stunden. Wer schnell unterwegs ist und wenig Pausen macht, kann es sicher auch in 6 Stunden oder schneller schaffen.
Da wir uns einmal bestimmt eine halbe Stunde lang und ein paar weitere Male kurz verlaufen hatten und auch öfters Pausen zum fotografieren machten, haben wir letztendlich etwa 8 Stunden gebraucht und sind ca. 20km gelaufen.

Überhaupt fand ich, dass der Trail teilweise sehr schlecht und einmal auch irreführend ausgeschildert war.
Die meiste Zeit ist man daher auf die Steintürmchen angewiesen, welche als Wegmarkierung dienen sollen. Manchmal ist es aber gar nicht so einfach den nächsten Turm bzw. Haufen aus Steinen zu finden.
Die Karte des Nationalparks habe ich hier und habe mir dabei mal erlaubt, den Chesler Park/Joint Trail farbig zu markieren.

Gleich nach den ersten Metern ab dem Parkplatz wussten wir kurzzeitig nicht weiter, bis wir die Steintreppe, die in einem der Felsen nach oben führt, entdeckten.
Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten ging es dann aber los – zunächst ein gutes Stück bergauf – wo uns eine beeindruckende erste Landschaft erwartete in einem tollen Morgenlicht.

Needles District Chesler Park Joint Trail

Nach dieser ersten etwas anstrengenden Steigung war man gut aufgewärmt und es ging gemütlich weiter über den roten Sand und die roten Felsen.
Wir – ganz allein in dieser endlos weiten landschaftlichen Kulisse – perfekt.

Needles District Chesler Park Joint Trail

Ein wenig später begegneten wir mehreren Rehen. Scheinbar die einzigen, die neben uns hier noch unterwegs sind.

Danach näherten wir uns der nächsten Needles-„Wand“, die wir über ein paar Felsen überwanden, um anschließend auf die nächste Ebene zu gelangen.
Davor ist eine Wegkreuzung und ein Schild müsste den Weg weisen.

Needles District Chesler Park Joint Trail

Weiter geht’s, indem man sich nun rechts hält. Kurz vor dem nächsten Etappenziel bzw. der nächsten Kreuzung, welche sich nun etwa 1km entfernt befindet, stößt man auf einen engen Felsspalt, den es zu durchqueren gilt.

Needles District Chesler Park Joint TrailEine coole Sache und ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was einem im Chesler Park später noch erwarten wird.

Ist man hier durch, stößt man auf ein kleines „Tal“ mit einem (zu unserem Zeitpunkt) vertrockneten Flusslauf, zu dem man absteigt.
Hier steht das nächste Wegschild.
Nach nun ca. 1:15h Wanderzeit treffen wir das erste Mal auf andere Menschen.
Ihrem Gepäck, usw. zu beurteilen, scheinen diese von einem der wenigen (gekennzeichneten) Campingstellen zu kommen und zurück zu laufen.
Die erste Campingstelle (CP1) kann man vom Weg aus sehen.
Sicherlich eine sehr coole Sache hier oder im Chesler Park zu übernachten. Man muss sich dafür allerdings im Voraus ein Backcountry Permit bzw. eine Genehmigung reservieren, um hier zu campen.

Ab hier ist die nächste Weggabelung bzw. das nächste Schild erneut einen knappen Kilometer entfernt.

Needles District Chesler Park Joint Trail Wieder verlaufen wir uns kurz, da wir nicht auf die Steintürmchen geachtet haben.
Nachdem die kleine „Schlucht“ durchquert war, ging es noch ein Stück weiter durch die schöne Landschaft, die geprägt ist vom Kontrast der grünen Büsche und roten Felsen.
Wir nähern uns wieder einigen beeindruckenden Felsen und das nächste Schild sollte uns den Weg zeigen.
Dieses Schild ist nun wirklich der Mist.
Der Pfeil in Richtung Chesler Park zeigte in die falsche Richtung. Natürlich versuchten wir in dieser Richtung einen Weg zu finden, aber es gab keine Steintürmchen und auch sonst keinen ausgetretenen Pfad. Dennoch irrten wir erst einmal ein wenig in der Prärie rum, bevor wir umkehrten.

Needles District Chesler Park Joint Trail
Laut dem Schild sollen wir hier links weiter Richtung Chesler Park. Tatsächlich führt der Weg schräg rechts zwischen dem großen Fels (links) und dem spitzen Fels in der Mitte nach oben.

Hätten wir uns hier schon gut mit der Karte ausgekannt und gewusst, wo wir gerade waren, hätten wir natürlich auf das Schild Richtung Druid Arch vertrauen können, da diese Richtung dann schon auch korrekt gewesen wäre.

Schließlich fanden wir aber den richtigen Weg – den kurzen Aufstieg auf die Needles Felsen – und fanden uns oben mit einer tollen Aussicht auf die Landschaft wieder („Chesler Viewpoint“). Auf einem der Felsen machten wir Pause.

Needles District Chesler Park Joint Trail
Pause mit Aussicht

Hier endet übrigens die Wanderung, wenn man nicht noch den sogenannten „Joint Trail“ im Chesler Park macht, sondern nur den 10km langen „Chesler Viewpoint Trail“.

Die zusätzlichen 8km sind es aber absolut wert.

 

Auf dem Joint Trail durch den Chesler Park

Von hier aus geht es zunächst eine längere Strecke über eine flache, weite Ebene, immerzu umgeben von den interessanten Gesteinsformationen, die den Needles District so besonders machen.

Needles District Chesler Park Joint Trail
Langer Weg über die Ebene.

Nach einer Zeit kommt man an der CP1 Campingstelle vorbei, welche irgendwo an den Felsen liegt. Von hier aus bietet sich noch einmal eine tolle Aussicht auf die Landschaft außerhalb der Ebene.

Kurze Zeit später erreicht man die Kreuzung zu den Campingstellen Cp2 und CP4 und nach einem weiteren Weg über das Flachland gelangt man endlich wieder in ein Gewirr von Felsen. Nachdem wir es immer noch vormittags hatten, war es aber nicht zu heiß.

Needles District Chesler Park Joint TrailAb hier beginnt eigentlich das coolste Stück vom Joint Trail.
Durch einige teils sehr hohe und enge Felsspalten führt der Weg entlang.

Man fühlt sich wie in einem kleinen Labyrinth.
Teilweise erinnern die Farben und der Lichteinfall auch an sogenannte Slot Canyons, wie sie auch in Arizona zu finden sind.

Eine gute Zeit lang geht es nun zwischen und unter den Needles Felsen entlang, wobei man auch den Schatten wieder ein wenig genießen kann, nach dem sonnigen Stück kurz vorher.

Eine Stelle hier in den Felsen mag auf den ersten Blick ein wenig beängstigend aussehen.
Denn einmal geht es knapp 2m nach unten über einen schräg liegenden Stamm mit Kerben für die Füße.
Wer ein normales Gleichgewicht hat, sollte das aber locker machen können.
Wenn man fällt, landet man im Schlamm.

Das Bild dazu findest du in der Galerie am Ende des Artikels.

Needles District Chesler Park Joint Trail

Hat man die Felsengänge geschafft, geht es über Stock und Stein weiter, bis man irgendwann auf die 4WD Straße trifft, auf der entsprechend ausgestattete Fahrzeuge viele sehr abenteuerliche Strecken bewältigen können, die teilweise über Felsen führen und nur mit sehr hoher Bodenfreiheit möglich sind („high clearance 4WD vehicle“).
Etwa 800m läuft man auf der „Straße“ entlang, an deren Beginn sogar ein Plumpsklo steht (welches aber nicht sehr einladend war). Zwei Jeeps kamen uns entgegen.

An der nächsten Kreuzung endet die 4WD Strecke und man befindet sich wieder auf „normalen“ Wanderwegen. Hier wird es nun noch einmal etwas anstrengend, da man über die Felsen einige Höhenmeter überwinden muss.
Belohnt wird man aber mit weiteren tollen Aussichten auf eine Landschaft, die ihresgleichen sucht.

Needles District Chesler Park Joint Trail

Mittlerweile waren wir schon ein wenig geschafft und es wurde heißer. In etwa der letzte Kilometer auf dem Joint Trail geht dann aber wieder entspannt über ebene Strecke, sodass wir schließlich wieder an der Kreuzung ankamen, an der wir Stunden vorher in den Chesler Park gelangten.
Nach einer weiteren Pause am Chesler Viewpoint traten wir die one-way-Strecke an, welche zurück zum Parkplatz führte.
Als wir am Viewpoint ankommen, sind wir bei weitem nicht mehr die Einzigen.
Auf dem gesamten Rückweg treffen wir auf zahlreiche andere Wanderer, die offenbar jetzt, am Nachmittag erst anfingen die 10km „Chesler Viewpoint Wanderung“ zu machen.
Umso mehr waren wir dann über unseren frühen Start am Morgen froh und dass wir auf dem kompletten Hinweg und Joint Trail alleine und in Ruhe sein konnten.

Auch der Parkplatz war nun wesentlich voller:

Needles District Chesler Park Joint Trail

Zurück am Auto waren wir dann schon erleichtert, endlich angekommen zu sein. Nach ca. 20km ging es dann schon ein bisschen auf die Beine.
Trotz der Anstrengung muss ich zusammenfassend aber sagen, dass diese Wanderung meine Erwartungen noch übertroffen hatte und für mich nun sogar als die schönste Wanderung der Utah Nationalparks gilt, nicht zuletzt auch wegen der Ruhe die man hier hat. Denn daran kommt beispielsweise auch ein Devil’s Garden im Arches Nationalpark nicht.
Nur die Grand Canyon Wanderung in Arizona fand ich ebenso beeindruckend, aber das ist schließlich noch einmal ein anderes „Kaliber“.

Den Chesler Park Loop mit Joint Trail kann ich daher uneingeschränkt empfehlen für jeden, der eine tolle Wanderung in einer beeindruckenden landschaftlichen Szenerie mit ein wenig Abenteuer sucht.

Auch wenn man in Moab übernachtet, sollte das kein Grund sein, nicht in den Needles District zu fahren. Wer aus Moab um 7 Uhr startet, schafft es auch bis spätestens 9 Uhr zum Wanderweg und schafft es dann bis Sonnenuntergang wieder zurück nach Moab.

 

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Weitere Infos dazu

 

Zum Abschluss gibt es wie üblich die Galerie zu der Wanderung im Needles District:

 

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