Norwegen Reisetipps, Infos & Kosten für deine Reise in den Norden

Vor einer ersten Reise nach Norwegen ist es immer gut, einen Überblick über die Gegebenheiten vor Ort zu erhalten. Dies erspart einem manchen Ärger und macht zudem die Planung einfacher. In der folgenden Übersicht gebe ich daher diverse länderspezifische Reiseinfos, Norwegen Reisetipps, sowie eine Kostenübersicht für eine 2-3-wöchige Reise nach Norwegen (insbesondere für den Norden).

Allgemeine Fakten zu Norwegen

Hauptstadt:Oslo (700.000 Einwohner in 2022)
Einwohner: ca. 5,5 Mio.
Fläche: ca. 385.000 km²
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Sprache: Norwegisch
Zeitzone: MEZ (kein Unterschied zu Deutschland)
Währung:Norwegische Krone (NOK) – 1€ = 9,95 NOK (05/2022)
Stromstecker:Kein Adapter notwendig, 230V
Telefonvorwahl:+47
Nachbarländer:Schweden, Finnland, Russland

Kosten für eine Norwegen Rundreise in 2-3 Wochen

Analog zu meinem Artikel über die Nordnorwegen Route gebe ich hier die Info über die Kosten eines solchen Roadtrips.
Diese gehen dementsprechend von der nördlichen Region (inkl. Lofoten) aus. Preislich sollte sich aber kein großer Unterschied zum Süden Norwegens ergeben.

In der folgenden Rechnung aus unserem eigenen Roadtrip mit 2 Personen ergeben sich knapp 2.000€ (pro Person). Dies bei einer Reisedauer von insg. 17 Tagen (16 volle Tage).
Für dich relevant und auf deine eigene Reisedauer anzuwenden ist dabei der Schnitt pro Tag (ohne Flugkosten) von 103€.
In der folgenden Tabelle siehst du alle wichtigen Posten in der Übersicht:

Flug (Frankfurt – Tromsø – Frankfurt):256,27€ p.P.
Mietwagen (Mittelklasse mit VK ohne Selbstbeteiligung): 867,00€ (27€/Tag/Person)
Benzin (3900 km bei 1,76€/L): 416,49€ (13€/Tag/Person)
Unterkünfte (5x AirBnB, 5x Booking.com – gesamt 16 Nächte): 1611,19€ (50€/Tag/Person)
Essen/Verpflegung (darunter nur 2 günstige Restaurant-Besuche, sonst nur Selbstverpflegung): 391,27€ (12€/Tag/Person)
Sonstiges (Benzin für Fahrt nach Frankfurt mit eigenem Auto und Parken am Flughafen): 149,59€ (5€/Tag/Person)
Fähre (nur 1 Fahrt von Lyngen Alpen):19,93€
Maut (im Norden Norwegens kaum vorhanden):0,00€
GESAMT:1.984,50€ pro Person (3.969,01€ / 2)

Insgesamt sind die Kosten für eines der teuersten Länder der Erde damit noch auf einem ganz guten Niveau. Viel gespart haben wir natürlich beim Essen. Wer sich nicht selbst verpflegt und nur in normalpreisigen Restaurants isst (2x täglich), kommt am Tag locker auf 40-50€ zusätzlich, also gute 700-800€ Mehrkosten bei dieser Reisedauer, was schon enorm ist.
Aufschläge musst du auch einberechnen, wenn du in der Hauptsaison, also z.B. im Juli verreist. Mietwagen werden dann locker 50-100% teurer und auch Hotels machen häufig Aufschläge.
Diese Rechnung geht von einer Reise im September aus, was zwischen der Haupt- und Nebensaison liegt.

Von diesem preislichen Niveau ausgehend, kannst du mit folgenden Preisen für eine Norwegen Reise rechnen:

  • 1 Woche/8 Tage Rundreise (z.B. Lofoten): Ca. 1200€
  • 2 Wochen/15 Tage Rundreise: Ca. 1900€
  • 3 Wochen/22 Tage Rundreise: Ca. 2600€


Einreise nach Norwegen

Norwegen gehört zwar nicht der EU an, aber der EWR (Europäischen Wirtschaftszone).
Die Einreise ist daher mittels Personalausweis oder Reisepass möglich.
Eine Einreise mit vorläufigem Reisepass oder Personalausweis ist ebenso möglich.

Corona: Seit 12. Februar 2022 bestehen keinerlei COVID-19 bedingten Einreisebeschränkungen mehr. Eine Kontrolle auf Impfnachweis oder Testnachweis erfolgt nicht mehr.

Mehr aktuelle Infos dazu findest du auf der Norwegen-Seite des Auswärtigen Amts.


Geld/Zahlungsmittel in Norwegen

Die Währung ist die norwegische Krone (NOK).
In skandinavischen Ländern, inbesondere auch Norwegen ist es inzwischen absolut nicht mehr üblich mit Bargeld zu bezahlen. Tatsächlich wird dieses häufig gar nicht mehr so gern gesehen. Ob das Toilettenhäuschen im Nirgendwo oder die kleine Imbissbude – jeder hat inzwischen ein kleines Terminal, um Zahlungen per Kreditkarte (kontaktlos) zu empfangen.
Als Kreditkarte empfehle ich dir die kostenlose Hanseatic VISA (hier ansehen), mit der du unter anderem gebührenfrei in ausländischer Währung bezahlen kannst.
Bargeld am Automaten gibt es natürlich dennoch. In wenigen Ausnahmefällen (z.B. kleine private Parkplätze, die Bargeld als Alternative zur Online-Zahlung anbieten oder Camping-Duschen) kann man ein paar Kronen als Bargeld trotzdem noch gebrauchen.


Auto fahren in Norwegen

Mit dem Auto durch Norwegens wunderschöne Landschaften zu fahren ist ein Genuss. Unzählige, teils auch explizit als „Landschaftsrouten“ ausgewiesene Strecken sorgen für viel Fahrspaß. Ein paar Dinge gibt es dennoch zu beachten.

Straße zum Nordkap

Verkehrsregeln in Norwegen

Bekanntlich ist Norwegen eines der Länder mit den strengsten Bußgeldern für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr und erhöhte Geschwindigkeiten bedeuten hohe Bußgelder (wen es doch mal erwischt, der kann allerdings versuchen, die Zahlung zu unterlassen, da zwischen Deutschland und Norwegen kein Abkommen zur Vollstreckung besteht).
Besser aber es kommt gar nicht so weit, auch wenn es zumindest bei uns im hohen Norden außer auf den Schnellstraßen/Europastraßen kaum Kontrollen gab.

Folgende allgemeine Tempolimits gelten:

  • Innerorts: 50 km/h
  • Landstraßen: 80 km/h
  • Autobahnen/Schnellstraßen: 90-110 km/h, je nach Beschilderung

Außerdem:

  • Abblendlicht/Tagfahrlicht ist Vorschrift, auch tagsüber
  • Alkohol-Promillegrenze liegt bereits bei 0,2!

Parken

Parken in Norwegen ist nicht immer ganz einfach und oft teuer. Mit regelmäßigen Kontrollen und entsprechend unangenehmen Bußgeldern ist zu rechnen.
Häufig können Parkplätze nur online bezahlt werden (z.B. Easy Park App).
Oft findet man auf Schildern die Bezeichnung „Max. 2 timer“, was bedeutet, dass maximal 2 Stunden lang geparkt werden darf.


Maut

Für die Rundreise in Nordnorwegen, wie von mir beschrieben, ist gar keine Maut zu entrichten, da keine der Straßen dort mautpflichtig ist.
Tatsächlich gilt dort das System, dass Straßen, Tunnel oder Brücken nur solange mautpflichtig sind, bis der Bau dieser durch die Maut-Einnahmen refinanziert ist.
Im Süden gibt es etwas mehr mautpflichtige Etappen, aber alles noch im Rahmen. Vorab ausrechnen lassen kannst du dir die Maut z.B. mit dem ADAC Routenplaner.
Vor Ort wird grundsätzlich nur noch das elektronische System Autopass (Website) genutzt. Bei einem Mietwagen ist ein solcher Transponder gewöhnlich sowieso im Auto.
Falls du mit dem privaten PKW oder Wohnmobil unterwegs bist, musst du dir den Transponder aber nicht extra besorgen (auch wenn es dann ca. 10-20% Rabatt auf Mautgebühren gibt). Die Abrechnung erfolgt in dem Falle mittels Kennzeichenerfassung und Rechnung per Post einige Zeit später.


Mietwagen in Norwegen

Unser Mietwagen im Norden Norwegens

Einen Mietwagen finde ich gewöhnlich über den Vergleich von Check24 (hier ansehen), da ich damit bisher die besten Erfahrungen hatte. Mietautos sind in Norwegen natürlich nicht ganz günstig. Mit 50-60€/Tag für die Mittelklasse sollte man mindestens rechnen. Wichtig ist außerdem, den Filter bei Check24 auf „Angebote ohne Selbstbeteiligung“ zu setzen, da Reparatur Gebühren für Schäden natürlich auch teuer in Norwegen sind.

Einwegmieten sollte man außerdem vermeiden und das Auto möglichst am selben Ort wieder abgeben. Je nach Distanz zur Abholstation steigern sich die Einweggebühren. Wer z.B. in Tromsø anmietet und in Alta abgeben möchte, zahlt ca. 400-500€ dafür. Wer auf die Idee käme, in Oslo anzumieten und in Tromsø abzugeben, zahlt dagegen schon um die 1000€ Zusatzgebühr (nach meiner Recherche in den Vergleichsportalen). Diese Option ist also besonders teuer in Norwegen und daher meist keine gute Idee.


Unterkünfte/Hotels in Norwegen

Eliassen Rorbuer auf den Lofoten

Unterkünfte in Norwegen sind meistens sehr sauber und modern gebaut und weisen allgemein eine hohe Qualität auf. Preislich sind diese teurer als in anderen Ländern, aber immer noch im Rahmen und wie ich finde nicht so viel deutlich teurer, wie z.B. Essen in Restaurants.
Mit 100€/Zimmer/Nacht kann man auskommen und dabei immer noch sehr schöne Ferienwohnungen anmieten. Das zumindest außerhalb der Hauptsaison.
Ich habe sowohl Booking.com, als auch AirBnB genutzt.
Klassische Hotelzimmer buchten wir dabei fast nie. Fast immer waren es Ferienwohnungen oder nette AirBnB Apartments, da es letztlich auch wichtig war, selbst kochen zu können.
Allein vom Erlebnis und dem Komfort her, würde ich daher auch weiterhin raten, sich v.a. auf Ferienwohnungen zu konzentrieren. Bedenkt man, wie groß und gut ausgestattet Ferienhäuser wie z.B. das auf Senja für nur 90€/Nacht waren, so ist schnell erkennbar, dass diese Option das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet.
Preislich lagen wir dabei von 70€/Nacht (abgelegene, sehr schöne Selbstversorger-Hütte ohne fließend Wasser auf den Lofoten) bis hin zu 162€/Nacht für ein Apartment bei Eliassen Rorbuer (Lofoten) mit Meerblick. Insgesamt ergaben sich dabei ca. 100€/Nacht im Schnitt.


Zoll – Einfuhr von Alkohol

Für einen Urlaub in Norwegen durchaus relevant ist die Einfuhrmenge von Alkohol. Da dieser vor Ort extrem teuer ist (0,3L Bier kann im Restaurant durchaus mal 6€ kosten), kann es sich anbieten, selbst etwas mitzunehmen. Bei einer 2-3-wöchigen Reisedauer kommt man im Normalfall bei 2 Personen sowieso nicht über die maximale Menge.
Dennoch hier ein paar Angaben und Beispiele.

AlkoholHöchstmenge p.P.
Spirituosen (22-60% Vol.)1 Liter
Wein (2,5-22% Vol.)1,5 Liter
Bier (über 2,5%) oder Alcopop/Cidre (2,5-4,7% Vol.)2 Liter

Das Limit bleibt aber nicht unbedingt bei z.B. nur 1,5 Liter Wein pro Person. Wer z.B. keine Spirituosen einführt, kann die Freimenge dafür umwandeln in Bier oder Wein. 1L Spirituose kann daher in 1,5L Wein oder Bier umgewandelt werden und Wein kann im Verhältnis 1:1 in Bier umgewandelt werden.
Beispiel: Pro Person können somit auch 4 Flaschen Wein (3L) und 2 Liter Bier mitgenommen werden oder 5L Bier.

Genauere Infos und mehr findest du auf der Seite des norwegischen Zolls.


Internet & Roaming

Das Netz für mobiles Internet ist in Norwegen hervorragend ausgebaut und man hat selbst in den entlegenen Regionen fast immer Netz (Deutschland könnte sich daran ein Beispiel nehmen).
Trotz dessen, dass Norwegen nicht zur EU gehört, ist das Roaming, also Nutzung des mobilen Internets mit deiner heimischen SIM-Karte kostenfrei möglich.
Hier gibt es also nicht viel zu beachten, du kannst einfach deinen Tarif von zuhause nutzen. Lediglich im Smartphone ist es eventuell notwendig, zunächst die Einstellung für Roaming zu aktivieren.


Leitungswasser

Das Leitungswasser hat in Norwegen durchgehend hervorragende Qualität und kann bedenkenlos getrunken werden. Der Kauf von Wasser in Flaschen ist daher aus hygienischen Gründen unnötig.


Weitere Infos und nützliche Links


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